„Digital Monolith“ in Traunstein wird zur Plattform für regionale Kunst
Das Medium als Message
Aus einem Kunstwerk wird eine Plattform: Der „Digital Monolith“, den Künstler und Unternehmer Christof Babinsky bereits im September 2025 im oberbayerischen Traunstein aufgestellt hat, öffnet sich für regionale Kunst, neue Digitalformate und kreative Mitwirkung. Mit Workshops, Wettbewerben und ersten kuratierten Inhalten wird die Installation vor dem Landratsamt so zu einem Ort für kulturelle Impulse.
Mittels modernster LED-Glas-Technologie hat der Künstler und Geschäftsleiter von ASB GlassFloor, Christof Babinsky, vor dem Landratsamt in Traunstein eine markante Installation geschaffen. Wie der Monolith in Stanley Kubricks Science-Fiction-Film „2001: Odyssee im Weltraum“ steht das Werk für Fragen rund um menschliche Intelligenz und Fortschrittsideen. Christof Babinskys Idee ist es, mit dem Monolithen zum Diskurs anzuregen, und damit das gelingt, wird das Kunstwerk selbst nun zur Galerie. Mit einem Workshop, neuen künstlerischen Einreichungen und den ersten Umsetzungen im Mai entwickelt sich die Installation weiter – vom markanten Kunstwerk im öffentlichen Raum hin zu einer Plattform für regionale Kunst und kreative Beteiligung. Was Christof Babinsky von Beginn an vorschwebte, wird damit konkret: ein Ort, der nicht nur betrachtet wird, sondern aktiv bespielt werden kann.
Schaffensprozess wird sichtbar
Gemeinsam mit dem Landkreis Traunstein und kreativen Akteuren aus der Region wird der Monolith dauerhaft mit Leben gefüllt. Den Startschuss geben Einblicke in kulturelle Highlights im Landkreis, in die Schätze seines Archivs und aktuell auch die Frühjahrsausstellung des Kunstvereins, die in diesem Jahr ausschließlich auf dem Monolithen stattfindet. In einem Workshop am 8. Mai wurden lokale Künstler mit den Möglichkeiten des Monolithen vertraut gemacht, die über reine Reproduktion hinausgehen. So wird das vom Landkreis Traunstein erworbene Kunstwerk zu einer Plattform für regionale Kultur und zu einem sichtbaren Zeichen dafür, wie digitale Technologien kulturelle Räume neu öffnen können.
Das Projekt soll aber über die Präsentation fertiger Werke hinausgehen. Dafür lernten Künstlerinnen und Künstler, die klassisch mit Pinsel und Farbe arbeiten, im Workshop digitale Werkzeuge kennen, um auch den Schaffensprozess ihrer Werke in der Öffentlichkeit zeigen zu können. Babinskys Monolith wird damit zur Bühne für das Sichtbarmachen kreativer Arbeit selbst.
Monolith als kuratierte Ausstellungsfläche
Für Christof Babinsky ist genau das der entscheidende Punkt: „Der Monolith lebt davon, dass er bespielt und genutzt wird.“ Gleichzeitig ist der Anspruch klar umrissen. Der Monolith soll keine beliebige Digitalfläche sein, sondern kuratiert bleiben; „er muss immer als Kunstinstallation erkennbar sein“. Werbung oder politische Botschaften sind deshalb ausgeschlossen. Gerade diese Haltung verleiht dem Projekt seine Eigenständigkeit und unterscheidet es deutlich von klassischem Digital Signage im öffentlichen Raum.
Die kuratierte Bespielung hat eine bemerkenswerte Spannweite: Aktuell sind neben Werken von Christof Babinsky („CHAOS//LOOP“ und dem speziell für Traunstein geschaffenen „Pixelrain“) Kreationen des niederländisch-brasilianischen Künstlers Rafaël Rozendaal zu sehen. Der international erfolgreiche Rozendaal hat das Netz früh als „Leinwand“ entdeckt und zeigt in Traunstein Werke, die zeitgleich im Museum of Modern Art in New York und im Museum of Modern Art in Seoul zu sehen waren. So überwindet der „Digital Monolith“ Grenzen zwischen Kontinenten, zwischen globalen Metropolen und modernen Kreisstädten; er verbindet die regionale Kultur mit internationaler digitaler Kunst und schafft einen neuen kulturellen Resonanzraum mitten in Oberbayern. Zugleich bleibt das Projekt fest im Landkreis verankert, was sich in Babinskys Werk „Pixelrain Traunstein“ manifestiert: Aus fallenden Lichtpunkten setzt sich hier nach und nach die Silhouette der Stadt zusammen. Gerade diese Verbindung aus globaler Perspektive und lokaler Identität macht den Monolithen zu mehr als einer spektakulären Installation: Er wird zu einem kulturellen Identifikationsobjekt, das den öffentlichen Raum nicht nur neu gestaltet, sondern auch neu erzählt.
Der Landkreis Traunstein als Modell für andere Kommunen
Auch technisch und konzeptionell ist der Monolith als Zukunftsmodell gedacht. Das Projekt wurde offiziell als Kunst-am-Bau für den neu gestalteten Innenhof des Landratsamts Traunstein realisiert und zeigt exemplarisch, wie sich digitale Kunstinstallationen im Innen- wie im Außenraum einsetzen lassen. Um die Inhalte noch einfacher einspielen zu können, arbeitet ASB GlassFloor momentan an einer benutzerfreundlichen Content-Management-Plattform. Damit wird der Monolith auch über Oberbayern hinaus zu einem Modell für Städte, Gemeinden und öffentliche Institutionen, die mit Kunst, Kultur und digitaler Kommunikation Akzente setzen wollen.