KW 31: Vergänglich oder lieber für die Ewigkeit?

„Das Netz vergisst nie“ – das galt den Inhalten in sozialen Netzwerken bevor Snapchat das Konzept auf den Kopf stellte.

Foto: GOOS COMMUNICATION

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Kennzeichnend für Snapchat sind kurze Videos und Bildernachrichten, die nach dem Anschauen automatisch gelöscht werden. Doch dieses Jahr änderte das Unternehmen seine Strategie und bietet seit einigen Wochen mit Memories auch die Möglichkeit, Inhalte für die Ewigkeit zu speichern.

Den entgegengesetzten Weg hat dagegen Instagram eingeschlagen: die Foto-App ist als Bilderplattform bekannt, bei denen die Inhalte dauerhaft gespeichert und angesehen werden können. Letzte Woche veröffentlichte Instagram eine neue Funktion: „Stories“. Damit können Videos und Fotos jetzt zu einer Slideshow zusammengeschnitten und mit Smilies, Schriftzügen und Sprechblasen kommentiert und bearbeitet werden. Die Slideshow erzählt eine kurze Geschichte, die 24 Stunden öffentlich zugänglich ist - danach wird sie, genau wie bei Snapchat, gelöscht. Damit ähneln sich zwei große Social Media-Tools künftig sehr und unterscheiden sich nur noch marginal in kleinen Details. So ist ein kleiner aber feiner Unterschied: Instagram richtet sich eher an die Öffentlichkeit, während Snapchat in erster Linie für den privaten Gebrauch unter Freunden ausgelegt ist. Damit könnte Instagram für Unternehmen zur Zeit die attraktivere Option darstellen. Viele Marken testeten „Stories“ bereits und erhielten dort eine größere Reichweite als bei Snapchat. Dennoch bleibt die Frage: Müssen Inhalte künftig für die Ewigkeit bleiben – oder setzt sich die Schnelllebigkeit für Nachrichten im Social Web durch?

Vom Bild zum geschrieben Wort

Ein Social Media-Tool, das sich vor allem durch die Kürze der Nachricht auszeichnete, hat vor einer Woche ebenfalls sein Konzept abgeändert. Twitter bietet seitdem speziell für Unternehmen ein neues Storytelling-Tool an: „Moments“ ermöglicht es diesen, nicht mehr auf die knappen 140-Zeichen achten zu müssen, sondern eine Markengeschichte mit bis zu 10.000 Zeichen zusammenhängend in voller Länge veröffentlichen zu können. Damit solle das Tool menschlicher werden, aber dennoch nichts von seiner ursprünglichen Idee als „Live-Medium“ verlieren. In Deutschland ist Siemens Erstkunde für „Moments“ und testet die Platzierung von kreativen Botschaften.

Derzeit scheinen die Anbieter der Kommunikationsplattformen ihr jeweiliges Alleinstellungsmerkmal und die klare Linie, für die sie standen, aufzugeben. Das ist schade, finden wir – und beschäftigen uns mit der Frage, wo die kreative Vielfältigkeit im Netz bleibt und auch, welche Social-Media-Firmen am Ende als Sieger vom Platz gehen….

Wir wünschen Ihnen eine erinnerungswürdige Woche!
Ihr Team von GOOS COMMUNICATION