KW 12: Ist heute alles besser?

Derzeit haben die „Früher-war-alles-besser“-Finder Hochkonjunktur. Und ja: Die Welt hat eindeutig Potenzial nach oben. Aber hatte sie das nicht schon immer? Wir finden: „Ja“ und sind außerdem der Meinung, dass es durchaus positive Entwicklungen gibt. Zum Beispiel im technologischen Fortschritt, der das Thema unseres heutigen Blogbeitrags ist.

Dass früher alles besser war, ist eine vielgehörte Behauptung, die einem Faktencheck nicht ansatzweise standhält. Es geht heute vielen Menschen auf der Welt besser, es gibt mehr Demokratie und Bildung, mehr Gleichberechtigung und weniger Hunger. Trotzdem hält sich das Früher-war-alles-Besser-Denken hartnäckig. Für Julia Shaw liegen die Gründe dafür in der Psychologie: Unser Gehirn verzerrt die Vergangenheit. Die positiven Erlebnisse bleiben, die negativen Erfahrungen werden vergessen. Dieser Effekt nimmt mit dem Alter zu, denn zwischen 15 und 25 durchleben die Menschen ihre prägendste Zeit. Sie entwickeln ihr Erwachsenen-Ich und die Ereignisse, die in diese Zeit fallen, sind tiefer im Gehirn verankert. Unser Gedächtnis funktioniert also nicht neutral, sondern emotional und damit leider auch fehlerhaft.

Konzentrieren wir uns also heute auf die Links der Woche, die zeigen, dass es durchaus aufwärts geht mit der Menschheit. Ein Garant für Fortschritt ist seit jeher die Technologie (auch wenn die Nostalgiker unter uns jetzt Einspruch erheben werden) – und der technologische Fortschritt kann seit 1986 auf der CeBIT bestaunt werden. Auch in diesem Jahr zeigte die Branche der Informationstechnologie zahlreiche innovative Lösungsansätze, die internetworld.de in einer Bildergalerie zusammengefasst hat. Will man die Entwicklungen auf einen Punkt bringen, geht es um Vereinfachung. Technologie macht das Leben einfacher (auch wenn man emotional gefühlt oft einen komplett gegenteiligen Eindruck hat). In Hamburg zum Beispiel will die Telekom 11.000 Parkplätze mit Sensoren ausstatten, die in Echtzeit über freie Parkplätze informieren. Das ist doch fein! Keine nervige Suche mehr. Der Navi führt einen direkt zu freiem Parkraum. Neben dem Internet der Dinge waren Drohnen ein großes Thema – und weil die Kehrseite der Vernetzung nun mal Verlust von Privatsphäre und der Datenmissbrauch sind, durfte auch Edward Snowden nicht fehlen. Sein interessanter Vortrag "Datasecurity and Privacy in the Age of Surveillance" kann komplett als Mitschnitt auf Youtube angesehen werden.

Keine Angst vor digitaler Technik

Wo wir schon beim Internet der Dinge sind: feierabend.de, ein soziales Netzwerk für die sogenannten Best Ager, hat in einer Umfrage herausgefunden, dass sich die Generation 60plus durchaus offen für Smart-Home-Lösungen zeigt: Sie erhöhten die Lebensqualität und ermöglichten ein langes, selbstbestimmtes Wohnen zu Hause. Besonders gefragt: die automatische Steuerung von Heizung (58 %), Rollläden (44 %) und Licht (42 %). Immerhin gut ein Viertel der Befragten findet Staubsauger-Roboter sinnvoll. Kochautomaten und Rasenmäher-Roboter werden etwas skeptischer betrachtet (21 und 18 Prozent). Der Kühlschrank-Check per App interessiert immerhin noch jeden siebten Best Ager. Wenn man überlegt, dass die Entwicklungen zum Smart Home noch ziemlich am Anfang stehen, sind diese Umfrage-Ergebnisse überraschend positiv. Und sie zeigen, wo die Entwicklungen wirklich sinnvoll werden können. Über Technik-Gadgets hinaus werden sie irgendwann dazu beitragen, dass wir unser Leben auch mit alters- oder sonstwie bedingten Einschränkungen selbstbestimmter gestalten können. Es ist also nicht alles gut heute, aber vieles ist besser und einfacher als früher.

Wir wünschen Ihnen eine Woche, die noch besser ist als die letzte!
Ihr Team von GOOS COMMUNICATION

P.S.: Ach ja - die übernächste wird nochmal besser (auch wenn Sie das emotional vielleicht anders empfinden).