KW 13/14: Wohnst du noch oder lebst du schon – bei uns auf dem Dach?

Jetzt können Sie unter Beweis stellen wie gut Ihr GOOSsip-Gedächtnis ist: Welches Thema hatte unser erster Blogbeitrag in diesem Jahr? Leider gibt es für die richtige Antwort nichts zu gewinnen – aber vielleicht erinnern Sie sich an die Geschichte von Hänsel und Gretel und die Frage, wie wir in Zukunft einkaufen werden? Die gleiche Frage hat sich auch der schwedische Einrichtungskonzern mit dem gelb-blauen Logo gestellt und stimmt sich nun auf einen Wechsel ein.

KW13-14_Wohnen_peter-nguyen.jpg

Ikea. Wohl jeder von uns kann mindestens ein Ikea-Möbelstück bei Namen nennen – und wenn es nur „Billy das Bücherregal“ ist. Ikea ist bei den Deutschen beliebt, das zeigt sich besonders am Wochenende, wenn man in den über 50 Filialen bundesweit keinen Fuß mehr vor den anderen bekommt. Man könnte also glauben, dass es bei dem großen Schweden rund läuft. Was aber nur teilweise stimmt: Das Wachstum fiel 2016/2017 mit 2,4 Prozent geringer aus als das Jahr zuvor (7 Prozent). Und was tut Ikea? Passt seine Standortstrategie an, wie der Spiegel vergangene Woche berichtete. Ikea wolle weg von den grünen Wiesen außerhalb von Großstädten und mehr in die Innenstädte. Ikea in der Fußgängerzone: Wer in Hamburg Altona war, kennt das. Dort gibt es bereits ein Möbelhaus in City-Lage. Kein ungewohntes Bild ist es hier, dass jemand mit einem Ikea-Paket – manchmal mehr, manchmal weniger sperrig – in den nächsten Bus steigt. Dies sei ein wichtiger Punkt in der neuen Standortstrategie von Ikea. Die gute Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel müsse gegeben sein. Der neue Ikea-Standort in der Stadt könnte dann so aussehen, dass es hier kein Lager mehr gibt. Trotzdem werden die großen Einrichtungshäuser außerhalb der Städte auch weiter relevant sein, damit der Kunde die Möbel live erleben kann. Einkaufen vor Ort ist ein Erlebnis und da kann der Online-Handel nicht mithalten – so auch die Meinung von Michael Mette, stellvertretender Geschäftsführer Ikea Deutschland, der bei Xing Klartext über den Handel der Zukunft spricht. Wie in unserem ersten Blogbeitrag 2018 ist auch hier der Tenor, dass sich online und offline vermischen werden und man beides nutzen muss. Bei Ikea steht der Fokus klassisch aber auch noch auf dem Einrichtungshaus. Online suchen die Konsumenten Informationen und Inspiration. Offline erwarte der Kunde dann die Beratung und das eindrucksvolle Erlebnis im Geschäft: Also den klassischen Ikea-Besuch, bei dem die Möbel ausprobiert werden und man entweder im Restaurant Köttbullar oder einen Hot-Dog nach der Kasse isst. Wie der Kunde am Ende einkauft – ob direkt vor Ort, per Click-and-collect-System oder online mit Lieferung direkt ins Heim ist gleich, da das Einkaufen und damit das Erleben vor Ort immer noch wichtig ist. Zur Standortstrategie von Ikea gehört auch, individuellere und neue Standortmöglichkeiten auszuprobieren. So sollen beispielsweise auf einem Ikea-Geschäft Wohn- oder Büroräume entstehen. Wie praktisch, wenn man unten Möbel einkauft und der Weg in die Wohnung gar nicht mehr so weit ist…

Oben Wohnen, unten einkaufen

 Was Ikea noch als Möglichkeit anstrebt, setzen andere bereits um: zum Beispiel Aldi und Lidl. Wie die Discounter sich den Wohnungsmangel zunutze machen, beschreibt Business Insider. In den Städten wird es immer enger. Wer schon mal eine Wohnung gesucht hat, weiß das aus erster Hand. Zu viele Suchende, zu wenig Angebot. Doch will man dann auf dem Dach eines Discounters oder Einrichtungshauses wohnen? Auf der positiven Seite steht natürlich, dass mit diesen Plänen neuer Wohnraum geschafften wird. Auf der negativen Seite stehen laut Business Insider die aufwändige Statik und der Lärm. Auch für Letzteres gibt es in Hamburg ein Beispiel. Hier wird bereits an einer neuen Aldi-Filiale mit Wohnungen gearbeitet, direkt an einer vierspurigen Straße. Das bedeutet selbstverständlich Lärm. Jedoch ist es nicht so, als würden hier nicht bereits andere Wohnhäuser stehen. Wenn man in der Stadt leben möchte, muss man einen gewissen Lärmpegel wohl hinnehmen. Ob das neue Konzept angenommen wird, entscheidet letztendlich der Wohnungssuchende. Zum Glück liegt unser Büro in einem ruhigen Hinterhof.

Wir wünschen Ihnen eine sonnige und lärmfreie Woche
Ihr Team von GOOS COMMUNICATION