KW 14: „Der Inhalt ist wichtig“

Dass sich Produzenten, Händler und Konsumenten an einem zentralen Ort treffen, um Geschäfte zu machen und Waren zu vertreiben, ist eine Idee, die beinahe doppelt so alt ist wie der Kölner Dom. „Warum also nicht mal was Neues machen“, hat man sich auf der anderen Rheinseite gedacht. Wie die Koelnmesse die Messe ins digitale Zeitalter übertragen will, ist einer unserer Links der Woche …

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Die Globalisierung war früher etwas lokaler. Trotzdem: Schon im Mittelalter, weit vor der Industrialisierung, trafen sich Handelstreibende aus verschiedenen Ländern und Regionen an bestimmten Tagen im Jahr an Verkehrsknotenpunkten, um ihre Waren feilzubieten. Im Gegensatz zum Jahrmarkt waren diese Frühformen der Messe, die sich bis ins Jahr 634 zurückfolgen lassen, von überregionaler Bedeutung. Man verknüpfte die Verkaufsveranstaltungen mit kirchlichen Feiertagen – damit war ein gewisser Publikumsverkehr garantiert. In Deutschland entwickelten sich Messenetze im 12. Jahrhundert. Schon damals war Köln einer der zentralen Orte. Die geographische Lage (mitten in Deutschland, Nähe zu anderen wichtigen Handelspartnern, auf dem Wasserweg erreichbar) machte (und macht) Köln zu einem idealen Treffpunkt für Wirtschaftsakteure.

Dafür, dass die Rahmenbedingungen für den Waren- und Wissensaustausch stimmen, sorgt seit knapp 100 Jahren die Koelnmesse. In unserem Link der Woche beschreibt der Geschäftsführer der Koelnmesse, Gerald Böse, wie er mit seinen Kollegen die Idee der Messe ins digitale Zeitalter übertragen will. Seine Antwort heißt „Ambista“ – ein Business-Netzwerk für die globale Einrichtungsbranche, die die drei Messen imm cologne, interzum und Orgatech zusammenbringen soll. „Damit geben wir der Industrie die Möglichkeit, sich ganzjährig zu präsentieren und Geschäftskontakte aufzubauen und zu pflegen“, so Böse in der „Welt“. Tatsächlich: Heute muss man seine Kupfertopf-Kollektion nicht mehr auf dem Eselkarren an Räubern, Wegelagerern und Zollgrenzen vorbei zum Kunden bringen. Mit geringem Aufwand ist ein Online-Shop erstellt und der globale Vertrieb theoretisch möglich. Das Problem dabei liegt in der Auffindbarkeit. Wer „Kupfertöpfe“ googelt, findet eine riesige Anzahl an Anbietern. Die Qualität kann er zumeist erst überprüfen, wenn er einen Topf bestellt hat. Das ist auf Messen anders. Hier findet schon eine Vorsortierung statt, man kann die Ware gleich sehen, sich erklären lassen und testen. Messen in ihrer physischen Form werden also nicht verschwinden, aber die Koelnmesse möchte sie in die digitale Sphäre hinein verlängern über das gesamte Geschäftsjahr: „Wir bringen Angebot und Nachfrage auch digital zusammen.“ Dass andere Messeveranstalter die Idee der digitalen Ganzjahres-Messe schon früher in Angriff genommen haben, sieht Gerald Böse eher als Vorteil: Als „Smart Follower“ könnte man auf deutlich mehr bestehendes Wissen aufbauen.

Farbenfroh in Mailand

Die digitale Messe kann Unternehmen sicherlich helfen, Ihre Produkte international bekannt zu machen. Eins kann sie definitiv nicht ersetzen: den persönlichen Kontakt, das haptische Erleben und das großartige Gefühl, wenn man nach ein paar Tagen mit vielen Gesprächen, wenig Schlaf, viel Alkohol und unregelmäßigem Essen ins eigene Bett fällt. Und auch die Funktion von Messen als Trendbarometer wird eine erweiterte Unternehmensdatenbank nur schwer ausfüllen können. Neben der imm cologne ist es der Salone Del Mobile in Mailand, der die internationale Möbelbranche zusammenbringt. Letzte Woche war es wieder soweit.

Bevor die ausführlichen Trendberichte eintrudeln, hat stylepark.de schon einen kleinen Vorgeschmack für uns: eine Fotostrecke mit einigen Highlights des diesjährigen Salone. Beim Durchklicken fällt vor allem eins ins Auge. Es bleibt bunt! Die weiteren Details folgen dann in den nächsten Ausgaben unseres Blogs!

Wir wünschen Ihnen eine farbenfrohe Woche!
Ihr Team von GOOS COMMUNICATION