KW 15: Leichte Möbel und sprechende Logos

Der diesjährige Salone Del Mobile ist vorbei. Seit 1961 stellen die Möbelhersteller in Mailand ihre neuesten Entwicklungen vor. Hier, und natürlich auch auf der imm cologne, werden die Trends gesetzt, die mit etwas Verspätung in unseren Wohnungen landen. Oder auch nicht. Oder wollen Sie ein behaartes Sofa in Ihrem Wohnzimmer stehen haben?

„Ein einzigartiger Moment, in dem Kultur und Industrie zum internationalen Maßstab werden – und ein exemplarisches Beispiel für ein funktionierendes Italien zeigen“ – so beschreibt der Präsident des Salone del Mobile, Claudio Luti, seine Veranstaltung. Klar: Wenn alles in Italien so erfolgreich wäre, wie der Salone mit seinen über 2.000 Ausstellern, 343.602 Besuchern aus 165 Ländern, dann könnte sich der Rest der Welt eine Scheibe davon abschneiden. Superlative hin, Superlative her. Es ist unbestritten, dass der Salone immer wieder Impulse für das Design der Zukunft liefert. Auch in diesem Jahr gab es einiges zu sehen und für alle, die nicht da waren, liefert ein Artikel in Die Welt einen guten Überblick. “Die neuen Möbel machen richtig gute Laune“, findet Autorin Esther Strerath und hat auf dem Messegelände und auf dem parallel stattfindenden Fuorisalone, den dezentralen Ausstellungen außerhalb des Messegeländes, Beispiele gefunden und mit einigen Experten gesprochen. Mit dem Hauptgeschäftsführer des Rates für Formgebung zum Beispiel. Der Rat hat in der Zona Tortona aus 574 Nachwuchs-Designern die Gewinner des Wettbewerbs „ein & zwanzig“ gekürt. Die Beobachtung von Andrej Kupetz: „Es gibt Gemeinsamkeiten, das Design wird leichter, Hemmnisse fallen weg, ebenso Dogmen im Design.“ Sebastian Herkner wiederum, der im letzten Jahr auf der imm cologne „Das Haus“ gestaltete und zum Salone seine Kollektion „Caribe“ erweitert hat, stellt fest, dass „Möbel zum Kompagnon“ werden. Sie sind also nicht mehr nur funktional, sondern begleiten uns freundschaftlich auf unserem Weg durchs Leben. Die britische Design-Ikone Tom Dixon hat für Ikea eine Art Sofa entworfen, das als Daybed, Bett, Sofa in verschiedensten Konstellationen funktioniert. In der “Haute Couture-Variante“ sieht es allerdings aus, wie ein behaartes schwarzes Ungeheuer, das seinen Besitzer bei schlechter Laune auch mal auffressen kann. So ein Möbelstück halten sich nur Menschen als „Kompagnon“, die auch Vogelspinnen im Terrarium sammeln!

Logos, die Geschichten erzählen

Man weiß nicht genau, wie das Briefing der Ikea-Verantwortlichen an Tom Dixon aussah. Vielleicht so: „Mach‘ uns mal was ganz Neues! Irgendwie zwischen Hirtenhund und Flokati, aber man sollte drin schlafen können.“ Überliefert ist aber der Auftrag von Nike an die Designerin Carolyn Davidson. Für das Logo wollte die Firma "Irgendetwas, das Geschwindigkeit und Bewegung ausdrückt." Heraus kam „Swoosh“, das berühmte Nike-Logo – und unser zweiter Link der Woche. Das Online-Magazin bento zeigt berühmte Logos und erläutert die Bedeutung dahinter. Hätten Sie gewusst, dass eine Drogeriemarkt-Kette sich auf die griechische Mythologie bezieht? Oder dass Toblerone ein Tier in seinem Unternehmensemblem versteckt hat? Übrigens: Auch unser Kunde Vauth-Sagel wird zur interzum mit einem neuen Logo auftreten – und auch dieses ist ein exzellentes Beispiel, wie man mit minimalem Design Geschichten erzählen kann. Welche Geschichte das ist, wird aber erst im Mai verraten.

Wir wünschen Ihnen eine rätselhafte Woche!
Ihr Team von GOOS COMMUNICATION