KW 16: Zeit für Design in Mailand

Voll und heiß war es zur Designwoche in Mailand. Und zwar von morgens um 10 Uhr bis nachts in den Designvierteln Zona Tortona und Brera. Hier schoben sich – auf der Suche nach den neuesten Trends – die Menschen durch die engen Altstadtgassen. Vergangene Woche stand nicht nur unser Newsletter im Zeichen der Mailänder Möbelmesse, sondern wir waren auch selbst vor Ort und haben die Designatmosphäre aufgesaugt.

Die Designwelt in Mailand: Am letzten Montag titelte die möbel kultur noch „Let the Show begin!“. Zwei Tage später berichtete küche&bad forum bereits über den ersten Tag der Messe und fasst zusammen: tausende Besucher, sommerliche Temperaturen und über 2.000 Aussteller. Mit der LivingKitchen in Köln ist die EuroCucina die wichtigste Messe der Branche. Kein Wunder also, dass es voll war. Und kein Wunder, dass die EuroCucina auch die Publikumspresse erreichte: Am Freitag verlinkten wir auf den Artikel von Spiegel Online. Darin wird nicht nur deutlich, in welche Richtung es mit dem Design der Küchen geht, sondern damit einhergehend wie sich auch die Küche selbst weiterentwickelt. Nichts solle dort noch an die mit ihr verbundene Arbeit erinnern. Technische Geräte würden unsichtbar gemacht. Zum Beispiel hinter Schranktüren oder unter Arbeitsflächen. Technik solle sich nicht mehr über Technik profilieren, sondern über Design. Dabei sei besonders wichtig, dass es wohnlich ist. Die Küche – so eine der gar nicht mal soo neuen Erkenntnisse des Artikels – sei der Ort für Freunde, Familie und Gemütlichkeit. All das können wir nach unserem Messebesuch bestätigen – und noch mehr. Das Ziel für den wichtigsten Raum in einem Zuhause ist klar: Küche und Wohnen sollen zusammenfließen, eine Einheit ergeben. So wie sich unser Lebensstil ändert, so verändert sich auch die Küche. Der Fokus liegt nicht auf dem Zubereiten von Speisen, sondern auf der Küche als sozialer Wohnraum. Wir legen Wert auf eine gemütliche Atmosphäre und positive Emotionen. Beides wollen wir mit anderen Menschen teilen. Also sind wir auf der Suche nach einem Raum, der kommunikativ ist und uns von unserem stressigen Alltag entschleunigt. Und das können wir mit der neuen Küche erreichen. Einer aufgeräumten, wohnlichen und designvollen Küche, die uns Raum für das Wesentliche und Freiheit für unsere Persönlichkeit bietet. Ein konsequentes Beispiel der Messe – und mit ihrem Konzept bereits einen Schritt weiter – war bulthaup mit einer Küche, in der Kochen nicht mehr die wichtigste Funktion ist. Mit einer Zweiteilung für Wärmen und Kühlen bietet dieses Konzept die Möglichkeit das Essen vom Vietnamesen warmzuhalten, während man noch schnell einen Salat zubereitet und den gekühlten Wein bereitstellt. Das richtige für alle, die weniger kochen und mehr Zeit gewinnen wollen.

Zwei Trends, ein Ziel

Wie wäre es mit der Lieblingslektüre in der Küche? Einer Küche mit unsichtbarer Technik? Oder wie wäre es mit offenen Regale, bestückt mit individuellen Accessoires statt klassischen Oberschränken? Auf der Messe ließen sich zwei Trend-Konzepte entdecken und erleben, die zeigen wie Küchen und Wohnen eins werden. Wer viel Platz hat, der zeigt über designvolle, offene Regalsysteme seine Persönlichkeit und Natürlichkeit in Form von Geschirr und Kräutern. Stilvoll in Szene gesetzt verbindet man mit den offengestalteten Regalen das in Vitrinen aufbewahrte, wertvolle Porzellan aus dem Wohnzimmer. Über diese Assoziation wird das wohnliche Empfinden in das neue Küchenkonzept übertragen. Gleiches passiert auch, wenn ausgewählte Bücher im Regal stehen. Egal, ob mehr oder weniger Platz der zweite Trend bestätigt den Tenor des Spiegel-Artikels: Technik soll versteckt werden, das Design ist clean und modern. Alles was nicht gebraucht wird, verschwindet hinter Küchenschränken. Und damit Wohnen und Küche sich noch mehr vermischen, geht die Küchenzeile direkt in einen gemütlichen Essplatz über. Für beide Trends gilt: Kochstelle ade, Küche steht ab sofort für wohnliches Leben. Übrigens: Eins unserer Highlights war ein Solitär von den japanischen Minimalisten Sanwa: eine Miniküche, die aus der Ferne aussieht wie ein Klavier – harmonischer und stilvoller geht es wohl kaum.

Wir wünschen Ihnen eine sonnige und wohnliche Woche!
Ihr Team von GOOS COMMUNICATION