KW 18: Die Inkarnation des Bösen - Plastik

Plastik ist in aller Munde – und das wortwörtlich. Ganz gleich, ob in offensichtlicher Form als Strohhalm oder in Form von Mikroplastik über die Zahnpasta. Das Böse hat somit einen Namen. Oder doch nicht? Warum Plastik trotzdem auch schön ist und was wir gemeinsam gegen das „böse Plastik“ tun können.

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Wir sind jetzt mal ehrlich mit Ihnen. Bereits vergangenen Freitag wussten wir, worüber wir heute unseren Blog schreiben: Plastik. Und mit dem Thema im Kopf sind wir am Wochenende durch das sonnige Hamburg gewandert. Wenn es in Hamburg mal nicht bei 6,5 Grad nieselregnet, zieht es den Hanseaten ins Freie. Zum Beispiel an die Alster. An sonnigen Plätzchen wird entspannt, Eis gegessen und gegrillt. Was zurück bleibt, sieht nicht schön aus. Die berühmte hanseatische Zurückhaltung scheint auch dem Gang zum Mülleimer zu gelten. Plastiklöffel, Einweggrills und allerhand Verpackungen quellen aus den Mülleimern. Und das obwohl wir alle die Bilder von unfassbar großen Müllinseln in den Ozeanen, toten Vögeln in Plastiknetzen und verschmutzten Stränden kennen. Erst vor Kurzem wurde bekannt, welche Auswirkungen Mikroplastik in der Arktis hat. Der Spiegel berichtete, dass sich bereits Verhaltensveränderungen der Fische zeigen. Was viele vergessen, ist, dass alles was durch uns in den Meeren landet, auch den Weg wieder zu uns zurückfindet. Zum Beispiel über den Verzehr von Fisch. Es ist ein Teufelskreis, der nicht nur sichtbar mit dem Plastikmüll an der Alster, sondern auch unsichtbar beim Zähneputzen mit Mikroplastik in der Zahnpasta beginnt. Bei all den negativen Schlagzeilen in Bezug auf Plastik, scheint es irgendwie grotesk, dass wir vergangene Woche in unserem Newsletter einen Artikel hatten, den wir als Plädoyer für Plastik betitelt haben. Es ist förmlich eine Art Liebeserklärung des italienischen Designers und Architekten Fabio Novembre an den Werkstoff. Das DEAR Magazin berichtet über den Architekten, seine besondere Einstellung zu Plastik und seine außergewöhnlichen Designs. Ganz unabhängig davon, ob einem die Entwürfe von Novembre gefallen oder nicht, können wir von ihm einiges lernen. Statt mit Plastik Tüten, Einmalgeschirr und Strohhalme zu verbinden, zeigt Novembre was mit dem Werkstoff wirklich möglich ist und welchen Vorteil er sieht. „Denn Plastik ist langlebig. Seine Performance großartig. Polymere sind mittlerweile öko-kompatibel“, so wird der Designer zitiert. Das, was uns in Sachen Plastikmüll also zum Verhängnis wird, die Langlebigkeit, ist genau der Aspekt, der den Werkstoff für den Designer interessant macht. Das Resümee für Novembre und auch für uns ist: Der Mensch hat den Kunststoff erfunden – ihn aber falsch eingesetzt. Der Werkstoff Plastik ist denkbar ungeeignet als Wegwerfmaterial. Letztendlich ist es ist unser Konsumverhalten, das dem Material zum Verhängnis wurde.

Wir müssen aufräumen

In der aktuellen Situation ist Plastik die Inkarnation des Bösen. In seiner Masse und Langlebigkeit ist es eine Gefahr für unseren Planeten. Das ist ein Fakt, der sich nicht beschönigen lässt. Was wir von Fabio Novembre neben der berechtigten, designorientieren Faszination für den Werkstoff noch lernen können, ist, uns zu hinterfragen. Ein Material kann nur so gut sein, wie es der Mensch einsetzt. Es kann somit nicht das Ziel sein, statt Plastik zum Beispiel nur auf Holz zu setzen. Alles, wovon wir zu viel für unseren Konsum nutzen, kann nicht gut sein. Was wir in puncto Plastik tun müssen, ist aufzuräumen. Den Grillplatz an der Alster, die Strände vieler Inseln und die Ozeane. Jeder kann etwas tun: Von der richtigen Müllentsorgung bis zum Kauf von Kosmetika ohne Mikroplastik, kann jeder einen noch so kleinen Beitrag leisten. Unser Wort zum Montag lautet heute: Wir sind für mehr Materialbewusstsein.

Wir wünschen Ihnen eine schöne, plastikfreie und materialbewusste Woche!
Ihr Team von GOOS COMMUNICATION