KW 19: Mann oder Frau? Frau oder Mann? Wie wichtig ist das Geschlecht?

Es ist eine endlose Diskussion: Die Debatte um die Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Das beginnt bei der Anrede beider Geschlechter, geht über gleichberechtige Bezahlung bis hin zur Einstellung von Führungspersonal. Ein wichtiges Thema, bei dem wir in der vergangenen Woche von der Kreativszene lernen konnten.

Frau oder Mann: Gibt es einen Unterschied zwischen den Möbeldesigns von Männern und Frauen? Diese Frage stellte Esther Strerath in ihrem Beitrag, den wir vergangene Woche in unseren Newsletter aufnahmen. Warum? Weil das Thema nicht nur in Bezug auf Design und die Möbelbranche interessant ist, sondern auch gesellschaftliche Relevanz hat. Um die Frage direkt zu beantworten: Nein – es mache keinen Unterschied, ob ein Möbelstück von einer Frau oder von einem Mann designt wurde. Es spiele keine Rolle, ob das Design feminin oder maskulin ist – sondern, ob das Design gut ist. Strerath geht dabei auf eine Ausstellung in New York ein, bei der nur und ausschließlich Designerinnen ihre Werke zeigen. Grundsätzlich gelte für die Designbranche, dass Frauen unterrepräsentiert sind und immer noch eine starke Verflechtung von Macht und Geschlecht vorherrscht. Und genau diese Macht liege immer noch bei den Männern. Was für die Designbranche gültig ist, lässt sich genauso auf andere Branchen übertragen. Nicht umsonst wird darüber gesprochen, wie es mehr Frauen in die Chefetagen schaffen können. Stichwort Frauenquote. Oder wie Frauen für Technikthemen oder die Selbstständigkeit ermutigt werden können. Zunächst einmal stimmen wir der Aussage des Artikels zu – und erweitern sie: Für alle künstlerischen, gestalterischen oder kreativen Umsetzungen gilt, dass es keinen Unterschied macht, ob ein Frauen- oder Männerkopf dahintersteckt. Alles, was gestaltet, erschaffen oder getan wird, sollte für sich stehen. Und das sollte genauso auch bei Einstellungsprozessen Gültigkeit haben. Unabhängig vom Geschlecht, sollte anhand der Qualifikationen der beste Kandidat oder die beste Kandidatin eingestellt werden. Dem würde in einer gerechten Welt jeder zustimmen. Vermutlich auch jeder Personaler und jede Personalerin. Und dennoch ist es leichter gesagt als getan. Weil sich die Strukturen, die sich über Jahrtausende gebildet haben, vielleicht doch nicht ohne Quote überwinden lassen. Und weil unsere Denkmuster und Kategorien in Bezug auf die Geschlechter eben auch uralten Prägungen folgen. Frauen wird zum Beispiel nachgesagt, dass sie weniger mutig seien. Auch im Artikel geht es um eine Designerin, die zugibt, dass sie – wäre sie ein Mann und somit mutiger gewesen – sich vielleicht früher selbstständig gemacht hätte. Ein Punkt, der sich auch in der deutschen Start-Up-Szene zeigt. Es gründen weniger Frauen als Männer. Das hat viele Ursachen, die alle mit der Ungleichbehandlung zwischen beiden Geschlechtern zusammenhängen. So erhalten Frauen beispielswiese weniger finanzielle Unterstützung. 

Den Anfang machen

Man kann zu allem eine Meinung haben. Man kann sich auch über vieles streiten. Dass Frauen und Männer noch nicht gleichberechtig sind, ist ein Fakt. Was könnte die Lösung sein? Genau der Aspekt, den der Einblick von Strerath in die Designbranche bereits aufzeigt. Wir müssen uns Stück für Stück von unseren Denkmustern lösen und nicht bei allem in Geschlechtern denken. Und gleichzeitig müssen wir unsere gesellschaftlichen Strukturen so anpassen, dass alle die gleichen Chancen haben.

Wir wünschen Ihnen eine gleichberechtigte Woche!
Ihr Team von GOOS COMMUNICATION