KW 20-21: DSVGO, DVSGO oder DSGVO?

Die vergangene Woche Stand im Zeichen der Datenschutz-Grundverordnung der EU. Einige waren schon zu Beginn der kurzen Woche nervös. Schließlich sollte sich mit dem 25.05.2018 „alles“ ändern. Was vielen nicht bewusst war: Die Verordnung ist bereits seit zwei Jahren in Kraft. Mit dem Stichtag endete lediglich die zweijährige Übergangszeit. Die Verordnung ist nun direkt gültig – und hat zunächst so einiges durcheinandergebracht.

Seit ein paar Tagen gilt sie nun also wirklich, die DSGVO der EU. Und sie hat im Vorfeld in so fast jedem Unternehmen für Wirbel gesorgt: Was muss man tun? Braucht man einen Datenschutzbeauftragten und was passiert mit bereits vorhandenen Daten? Darf man überhaupt noch Daten speichern? In einigen Aspekten herrschte Unsicherheit vor. Da hilft der Beitrag von Dorothée Schmid aus unserem Newsletter, der die neun wichtigsten Mythen zur DSGVO aufdeckt. So zum Beispiel die Panik um den „unternehmenseigenen Datenschutzbeauftragten“. Selbst Pommesbuden suchten schon nach geeigneten Mitarbeitern, um dezidierte Auskünfte zu Datenschutzfragen der Kunden geben zu können. Gar nicht notwendig: Dies sei ein Mythos, stellt Dorothée Schmid klar. Unternehmen bräuchten erst einen eigenen Datenschutzbeauftragen, wenn es von mindestens 10 Mitarbeitern die Kerntätigkeit ist, persönliche Daten zu verarbeiten – und die Pommesbude, die diese Voraussetzung erfüllt, muss wohl erst noch erfunden werden. Ein anderer wichtiger Fakt sei, dass alte Adresslisten, unter der Einschränkung, dass diese bereits damals nach gültigem Recht beschafft wurden und eine Einwilligung vorliegt, nicht gelöscht werden müssen. Neben vielen Halbwahrheiten und einigen Komplettunwahrheiten hat die Verordnung für Chaos im E-Mail-Postfach gesorgt. Waren Sie auch überrascht, wo Sie sich in den letzten Jahren mit Ihren persönlichen Daten angemeldet haben? Zwischen beruflichen, privaten und persönlichen Mails trudelten im Stundentakt die Mails von Unternehmen ein: „Ihre Daten sind uns wichtig“, „Wir aktualisieren unsere Datenschutzerklärung“…, so oder so ähnlich lauteten die Betreffzeilen. Was einem zwischenzeitlich wie Spam vorkam, ist doch so wichtig für jeden von uns. Jeder hat jetzt die volle Hoheit über seine persönlichen Daten. Jeder darf – jederzeit und überall – den Status der erfassten Daten anfragen und einfordern, dass die Daten vollständig gelöscht werden. Weil die meisten sich nicht erst seit dem Facebook-Datenskandal der Wichtigkeit ihrer Daten bewusst sind, hat man die gefühlt fünfzig Mails geöffnet, gelesen und eventuell noch weitergeklickt, um spezifische Angaben zu machen. Apropos Facebook. An den Datenskandal kann man sich noch gut erinnern – und natürlich nicht nur, weil wir das Thema auch in unserem Blog aufgegriffen haben. Man hätte denken können, dass dieser große Skandal Facebook zum Wanken bringt – wie einst Godzilla das Chrysler Building. Pustekuchen! Ein Artikel der absatzwirtschaft beschreibt sogar, dass die Nutzung von Facebook steigt und die Quartalszahlen des Unternehmens rosig sind. Gut für Facebook, schlecht für unsere Daten? Nicht ganz, denn auch bei Facebook haben wir das Recht nach der Sicherheit unserer Daten zu fragen – und es gilt immer noch, dass wir auch selber in der Hand haben, wo wir welche Daten angeben.

Alles wird immer komplizierter 

Neben der DSGVO gab es auch in unserer Branche gesetzliche Änderungen, die zeigen, dass alles immer komplizierter wird. Produkte von Möbelherstellern können jetzt unter das ElektroG – das Elektro- und Elektronikgerätegesetz fallen. Laut Umweltbundesamt verpflichtet das Gesetz, „die Hersteller, Verantwortung für den gesamten Lebenszyklus ihrer Produkte zu übernehmen“. Somit müssen jetzt auch Möbelhersteller, die zunächst vielleicht nicht offensichtlich ein Elektro-Gerät herstellen, prüfen, ob bestimmte Mechanismen als elektrische Komponenten gelten und von dem Gesetz betroffen sind. Durch diesen Dschungel muss man erstmal durchfinden. Letztendlich ist aber auch dies ein Gesetz, von dem alle profitieren – Unternehmen wie Privatpersonen.

Wir wünschen Ihnen eine datenschutzsichere und unkomplizierte Woche!
Ihr Team von GOOS COMMUNICATION