KW 22: Sonnenschein und Blingbling – Die bunte Welt der Influencer

Der neue Mercedes, das beste Smartphone oder das Shampoo für glänzendste Haare – Social Media Influencer scheinen bereit für jeden und alles Werbung zu machen. Dabei können sich Unternehmen auf die Glaubwürdigkeit, die die Blogger und Vlogger bei ihren Fans genießen, verlassen. Oder…? 

Alles scheint perfekt bei Julien Bam, Bianca Heinicke (Bibi), Julian Claßen (Julienco) und wie sie alle heißen. Kürzlich erhielt Julien Bam sogar einen Preis als Deutschlands Top-Influencer. Egal ob über YouTube, Facebook, Twitter oder Instagram – wenn man möchte kann man sich jederzeit ein Bild der jungen Internet-VIPs machen. Fotos und Videos zeigen die aktuell erfolgreichsten YouTuber mit strahlendem Lächeln. Auch Influencer, die es auf Instagram, Facebook oder Twitter weit gebracht haben, begeistern täglich tausende von Fans mit schönen Bildern - und super tollen Produkten! Ein kritischer Blick auf die heile Welt der Influencer schadet aber nicht. Viele streiten sich darum, ob die Anzahl der Follower tatsächlich ehrlich und hart erarbeitet ist oder ob sich Bots ans Werk gemacht haben. „Noch immer ist es ein Leichtes, für den eigenen Instagram-Kanal Follower, Likes und Kommentare mittels automatisierter Bots zu generieren oder – noch einfacher – gleich für einen überschaubaren Betrag zu kaufen“, schreibt André Krüger in seinem Beitrag von letzter Woche in der W&V. Auch wenn Instagram bereits gegen Fake-Accounts und Bots vorgeht; man muss ein gewisses Knowhow haben und genau hinschauen, um eventuelle Manipulationen erkennen zu können. Gefakte Zahlen sind nicht nur für Influencer, die auf organisches Wachstum Wert legen ein großes Problem, sondern auch für die Social Media Branche: Die Glaubwürdigkeit, um die es beim Influencer-Marketing schließlich geht, leidet darunter.

Also doch lieber kein Influencer-Marketing?

Doch – finden wir. Denn will man mit dem Wandel des Medienkonsums mithalten, so sollte Influencer-Kommunikation in den Marketingmix mit eingeplant werden. Dass die Nutzung digitaler Medien weiter zunimmt, ist nicht abzustreiten. Der weltweite Medienkonsum wird bald über ein Viertel mobil sein, prognostiziert der „Media Consumption Forecast“ von Zenith. 2010 verbrachten die Menschen im Schnitt 10 Minuten pro Tag mit Apps und mobilen Browsern – 2019 werden es bereits etwa 122 Minuten pro Tag sein. Gerade die Zielgruppen der Influencer haben ihr Handy überall dabei und nutzen dies auch, um sich ihre Vorbilder und Inspirationsquellen auf Instagram und YouTube anzuschauen. Aber wie kann ein Unternehmen beziehungsweise eine Marke mit Influencern umgehen? Dazu haben wir einen interessanten Artikel von internetworld entdeckt. Hier finden Sie Tipps und ein paar Hinweise – denn die Arbeit mit Influencern hat sich eher verkompliziert als vereinfacht. Und wie kann man Influencer-Marketing am besten nutzen? Profil, Themengebiete – und natürlich auch die Anzahl der Follower der Web-VIPs spielen eine Rolle bei der ersten Suche nach dem passenden Influencer. Der Fokus sollte darauf liegen, inwiefern die Marke, das Unternehmen oder das Produkt mit den Interessen des Influencers übereinstimmen. Nur so kann Authentizität und Glaubwürdigkeit entstehen. Dabei sollte auch überlegt sein, welche Social-Media-Kanäle für das Produkt oder das Unternehmen am besten geeignet sind. Da die Kunden tagtäglich in Social-Media-Kanälen unterwegs sind und die Influencer fast schon „persönlich“ kennen, entsteht eine Kundennähe, die ein normales Unternehmen ohne Gesicht nicht erreichen kann. Der Horizont sagt Britta Schiefelbein, Brand Communication Manager bei Yves Saint Laurent Beauté: „Diese Multiplikatoren und Markenbotschafter erreichen Zielgruppen, die wir als Marke nie selbst erreichen würden. Daher betrachten wir Influencer-Marketing ganz klar als langfristigen Teil unserer Kommunikations- und Markenstrategie.“ Auch die Nestlé-Tochter Maggi hat das begriffen. In Frankfurt eröffnete letzte Woche ein neues Maggi-Kochstudio, das zur Bühne für Blogger und Vlogger werden soll. So verknüpft das Unternehmen geschickt die Online- und Offline-Welt und bietet Influencern eine gute Arbeitsplattform. Das Ganze ist eine schlaue Lösung, wie wir finden.

Wir wünschen Ihnen eine schöne kurze Woche mit viel Blingbling!
Ihr Team von GOOS COMMUNICATION