KW 24: Daten, Daten, Daten - Marketingstrategien auf dem Prüfstand

Was uns nicht interessiert, nehmen wir nicht wahr. Das findet bereits in der täglichen, ganz banalen Kommunikation statt. Es ist Ihnen vielleicht schon aufgefallen, dass Sie zu bestimmten Zeiten empfänglicher für Themen sind und dass Sie in manchen Gesprächen bei gewissen Themen einfach abschalten. Dieses Verhalten hat auch Auswirkungen für Werbetreibende, die stets bemüht sind, mit der richtigen Werbung die passende Zielgruppe zu erreichen.

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Was hat eine der grundlegenden Funktionen unseres Gehirns mit der richtigen Marketingstrategie zu tun? Laut Michael Schiessel, der im Artikel von horizont über neueste Erkenntnisse bezüglich Werbung im Netz spricht, jede Menge. Wer bereits registriert hat, dass man einige Dinge stärker wahrnimmt und andere vielleicht gar nicht – dem können wir sagen: Der Dank gilt unserem Gehirn. Ohne dieses wichtige Organ würden wir in einer Welt, in der wir uns in Millisekunden mit neuen Informationen konfrontiert sehen, überhaupt nicht funktionieren. Wir brauchen es, damit wir all das, was wir wahrnehmen, verarbeiten können. Genau dafür hat sich unser Gehirn eine Strategie zurechtgelegt. In wenigen Worten sieht diese wie folgt aus: Es selektiert, es filtert – und geht dabei nach Mustern. Das alles geschieht weitestgehend im Unterbewusstsein, in dem das Hirn bereits vorhandene Muster anwendet oder versucht neue Informationen in bereits existierende einzubetten. Dabei bezieht es auch persönliche Interessen und Erfahrungen mit ein. So kann zum Beispiel auch eine Filterblase entstehen. Wer seine Informationen aus einer bestimmten Quelle bezieht und sich auf Grundlage dieser eine Meinung bildet, ist für gleiche oder ähnliche Informationen aus anderen Quellen empfänglicher. Das ist zunächst gar nicht schlimm, da der Mensch auch in der Lage ist, sein eigenes Handeln und Denken zu reflektieren. „Über den Tellerrand schauen“ – klingt so abgedroschen und ist doch so wahr – hilft, um eben nicht in eingefahrenen Mustern festzustecken. Auch in puncto Werbung selektiert unser Gehirn für uns. Zwar lautet im Online-Marketing die Devise: Daten, Daten und noch mehr Daten. Aufgrund dessen sollte man meinen, dass über diese Informationen zielgruppengerechte und individuelle Werbung im Netz stattfindet. Jedoch erklärt Schiessel im Interview, dass trotz dieser Massen an Daten Werbung im Internet oft nicht funktioniert.

Die Realität nicht aus dem Auge verlieren

Michael Schiessel sagt, dass Werbung im Internet von uns immer mehr gefiltert wird und wir somit gar nicht alles wahrnehmen. Das heißt, trotz der ganzen Daten, die über User gesammelt werden, wird die gewünschte Zielgruppe nicht immer erreicht – denn unser Gehirn selektiert in der Werbeflut. Es entscheidet und filtert nach bekannten Mustern. Jetzt könnte die Lösung sein, sich eine Strategie zu überlegen, wie man das Gehirn austricksen könnte. Doch Schiessel macht darauf aufmerksam, dass man sich einfach der gegenteiligen Funktion des Gehirns bedienen sollte: die sogenannten Receptivity. Damit meint Schiessel die Empfänglichkeit für Werbebotschaften. Werbetreibende sollten wissen, wann und für welchen Werbecontent ihre Zielgruppe empfänglich ist. Neben dem Wissen um den richtigen Kanal und das richtige Medium für die eigene Werbung ist es somit enorm wichtig, die Realität der Kunden zu kennen: Wann und für welche Inhalte ist meine Zielgruppe tatsächlich offen? Michael Schiessel empfiehlt, seine Werbestrategie somit nicht nur auf Daten aufzubauen, sondern ebenso „das Reale“ im Auge zu behalten – also das was den Kunden von der Werbebotschaft wirklich erreicht. Denn das kann keine Maschine tatsächlich erfassen. Auch wie die Werbebotschaft tatsächlich kreiert wird, wie ihre Inhalte aufbereitet und wann sie ausgespielt werden spielt dabei eine große Rolle. Wir lernen: Maschinen sind super. Daten auch – aber sich alleine auf diese beiden Faktoren zu verlassen, ist nicht ratsam. Denn unser Gehirn sorgt dafür, dass wir Unsinniges nicht wahrnehmen und für Relevantes empfänglich sind. Schauen wir mal, was Sie von unserem Blogbeitrag behalten. 

Wir wünschen Ihnen eine bewusste Woche!
Ihr Team von GOOS COMMUNICATION