KW 29: Faszination Technik – was geht noch alles?

Die Geschwindigkeit des technischen Fortschritts hat im Laufe der Menschheitsgeschichte immer weiter zugenommen und das wird zukünftig sicherlich auch weiterhin so bleiben. Dabei haben vor allem die Industrielle und die Digitale Revolution richtunggebende Umbrüche in der Gesellschaft hervorgerufen. Sobald die erste Dampfmaschine in der Fabrik stand, der erste Zug auf den Gleisen fuhr oder das erste Mobiltelefon in den Händen gehalten wurde, beschäftigt uns Menschen: Was ist technisch noch alles möglich?!

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Ein Link der letzten Woche zeigt uns, wie smart die Städte der Zukunft sein werden – dabei stellt uns die internetworld Innovationen vor, die es tatsächlich schon gibt und in vereinzelten Städten getestet und umgesetzt werden: In Bietigheim-Bissingen beispielswiese hat Siemens sparsame LEDs in 2-Watt-Ampeln verbaut, die den Energieverbrauch der Stadt beträchtlich senken. Außerdem muss sich keiner um die Wartung kümmern – mithilfe eines Sensors kann die Ampel sich selbst überprüfen und bei Bedarf einen Techniker anfordern. Besonders ungewöhnlich und einfallsreich finden wir die Form von erneuerbarer Energie, die die Stadtwerke von Portland seit einem Jahr einsetzen:  mit jeder Betätigung einer Toilettenspülung fließt das Abwasser durch eingebaute Turbinen in den Abwasserrohren und erzeugt so Strom. Gleichzeitig erhalten die Städtischen Klärwerke über integrierte Sensoren Informationen zu Verschmutzungsgrad und Menge der Abwässer und können sich entsprechend darauf einstellen. Die E-Residency, die Estland bereits komplett umgesetzt hat, erzeugt bei der Mehrheit der Deutschen wohl eher ein mulmiges Gefühl… eine ausweisähnliche Karte, über die alles – wirklich ALLES – gespeichert und geregelt wird: Online-Wahlen, Gesundheitsdaten, Steuererklärung, biometrischen Daten, digitale Unterschrift und noch vieles mehr. Da sind wir über die datenschutzrechtliche Skepsis der deutschen Bevölkerung doch froh, man muss ja nicht jede technische Innovation gleich mitgehen.

Warten: Ungewissheit und Zeitfresser oder doch ein Stück Freiheit?

Scheller, höher, weiter! Das ist nicht nur bei der ressourcenschonenden Nutzung von Energie oder der kompakten Sammlung von Personendaten das Motto. Auch im Verkehr, oder vielleicht gerade da, sollen innovative Geräte helfen, Zeit und Geld zu sparen. Tesla-Chef Elon Musk verkündete jüngst über Twitter die Zusage des Hyperloop, mit dem man in naher Zukunft von New York nach Washington nur noch 29 Minuten unterwegs sein soll. Von einem solch flexiblen und zuverlässigen System können Länder in Südamerika und Afrika wohl nur träumen. In Brasilien zum Beispiel kommt ein Bus auch mal ein paar Minuten oder Stunden später – oder sogar einfach erst am nächsten Tag. Aber ist das Gewinnen von Zeit durch Schnelligkeit überhaupt erträumenswert oder sollten wir lieber vorsichtig sein, mit dieser Aussage? Denn mit Wartezeit lässt sich weitaus mehr anfangen, als wir in unserer durchgetakteten, westlichen Welt uns vorstellen können. Die Süddeutsche Zeitung zeigt ein paar Möglichkeiten auf und betitelt ihren Artikel zurecht, wie wir finden, mit „Warum Warten ein Stück Freiheit ist“. Reise- wie Wartezeit sind kostbare Time Slots, in denen wir einfach mal unsere Gedanken schweifen lassen können, ganz woanders und losgelöst vom Alltag sein oder auch Dinge machen können, für die wir uns sonst zu wenig Zeit nehmen: Lesen, mit den Liebsten telefonieren, uns mit den Menschen um uns herum auseinandersetzen oder auch einfach mal kurz die Augen schließen. Kurzum: Dinge, die uns gut tun und mit denen wir uns wohlfühlen.

Wir wünschen Ihnen eine Woche, in der Sie alltägliches Warten erleben und es auch mal genießen können! Ihr Team von GOOS COMMUNICATION