KW 3: Naturelemente, Nostalgie und eine Prise Samt, bitte.

Mit Erd- und Pastelltönen sowie Pflanzenelementen holen wir ein Stück Natur in unsere vier Wände. Diese nutzen wir als Rückzugsort und schwelgen dort gerne in der – vermeintlich – schöneren Vergangenheit mit Möbeln aus Samt und Leder.

Letzte Woche haben wir, neben der Elbphilharmonie, über postmoderne Trendforschung gesprochen: Neue Entwicklungen zu definieren ist gar nicht so leicht, da viele verschiedene Trends angesagt sind und miteinander kombiniert werden. Das haben wir auch auf der imm cologne festgestellt. Bei rund 1.360 Ausstellern aus 50 Ländern gab es dort eine Menge zu entdecken. Wir haben genau hingeschaut und für Sie die wichtigsten Beobachtungen in diesem Blogbeitrag zusammengefasst. Den kompletten Überblick zeigen wir im Laufe der Woche auf unserer Facebook-Seite.

Früher war alles besser …

Mit alten Möbelstücken, Deko-Elementen aus Draht und Metall, der Kombination aus warmem Holz und kaltem Stahl oder Eisen gelingt ein Mix, der Nostalgie und Gemütlichkeit vereint. Im „Industrie-Look“ erzählen Vintage-Lampen, alte Lederkoffer und Apothekengläser als Interieur-Gestaltung von früheren Zeiten, die wir in besserer Erinnerung haben als unsere Gegenwart mit politischen und religiösen Krisen und wirtschaftlichen Unsicherheiten. Also holen wir uns durch Möbel aus den 40er, 50er und 60er Jahren eine beruhigende Portion Nostalgie nach Hause. Mit Polstermöbeln lassen wir uns aus dem grauen Alltag in eine weiche, pastellfarbige Wolke aus Samt fallen. Wie auch Ursula Geismann in ihrem Trendbericht schreibt, kehren Plüsch und Kitsch in unsere Wohnzimmer zurück. Teppiche am Boden und an der Wand befriedigen unser Bedürfnis, mit weichen, kuscheligen Materialien umgeben zu sein.

Down to earth mit Marmorstein und Erdtönen

Zum pompösen Look der samtigen Polstermöbel passt auch die Verwendung von Naturstein – vor allem Marmor – in Küche, Bad oder im Wohnzimmer als Couchtisch. Auf der imm cologne und der LivingKitchen konnte man Marmor in allen Farben und Musterungen finden: weiß, schwarz, grau oder mit bunten Farbelementen versehen. Kombiniert wird Marmor oftmals mit warmen Kupfertönen und Rosé-Gold. Diese beiden Materialien werden 2017 vor allem an Spülen und Armaturen zu finden sein sowie bei Lampen und Dekorationsgegenständen.

Die oben erwähnten pastelligen Farbtöne aus Rosa, Blau und Grün erhalten durch einen zweiten erkennbaren Farbtrend Kontrast: Verschiedenste Brauntöne fließen auf Bildern, Teppichen, Sesseln und Möbeln aller Art ineinander. Neben Erdtönen bringen Pflanzenprint, Holz und echte Blumen natürlichen Flair in unsere vier Wände. Der „Tropical-Look“ kommt dabei nicht zu kurz. Mit Palmentapete, Kakteen und Ananasdeko scheint der Sommer nicht mehr fern zu sein. Der Trend 2017 geht eindeutig dahin, dass wir es uns in unseren Häusern und Wohnungen gemütlich machen. Egal ob in königlichem Ambiente mit weichem Samt, runden Polster und bunten Pastellfarben oder Sofas aus braunem Leder, Regale aus schwarzem Metall und Böden in warmem Holz – wir suchen uns diejenigen Dinge zusammen, die uns erden, innere Ruhe geben und uns vom Alltag ablenken. Ganz ohne Scheu vor wildem Stil-Mix.

Smart-Home, Digitalisierung und wachsende Ansprüche der jungen Generation

Das Smart-Home ermöglicht es uns, zu Hause bequemer zu leben. Mit Apps werden wir zukünftig vieles vom Sofa aus steuern können: Die Tür öffnen, Rollläden runterlassen und den Inhalt des Kühlschranks überprüfen. Auf der LivingKitchen gab es Dunstabzugshauben, die ihre Farbe wechseln, Musik abspielen und problemlos als Ablagefläche genutzt werden können. Multifunktionalität ist nicht mehr wegzudenken. Genauso wenig wie die Digitalisierung. Besonders die junge Generation – die Käufer von morgen – nutzt das Internet, um sich zu informieren, Arbeitsabläufe zu vereinfachen und sich miteinander zu vernetzen. Dabei spielen globale Themen genauso eine Rolle wie regionale. Das hat zum Beispiel auch Adidas erkannt. Mit Laufschuhen aus Ozean-Plastik möchte das Unternehmen den Ansprüchen seiner jungen Zielgruppe gerecht werden. Das Thema bietet Anlass, über die Herstellung von Produkten zu diskutieren und sich über eine gemeinsame Zukunft Gedanken zu machen – ganz nach dem Motto „Think global, act local“. Begünstigt wird diese sinnvolle Handlungsmaxime durch die Digitalisierung: Durch sie wird viel mehr hinterfragt und gleichzeitig nähern sich die Trends der verschiedenen Länder und Kulturen immer mehr an.

Ist heute tatsächlich alles schlechter als früher? So ganz finden wir das nicht. Heute haben wir andere, vielfältigere Möglichkeiten. Auch früher gab es Krisenzeiten. „Heute“ ist einfach anders als „Früher“ und das ist auch gut so. Wie man sich zu Hause seinen persönlichen Ruhepol schafft, das ist jedem selbst überlassen. Die imm cologne hat auf jeden Fall eine Menge Inspiration geliefert.

Wir wünschen Ihnen eine trendige Woche!
Ihr Team von GOOS COMMUNICATION