KW 32: Hups! Da ist was schiefgelaufen…

Fehlerkultur und Kompromissbereitschaft im Arbeitsleben

 Foto: GOOS COMMUNICATION

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Jeder kennt das Sprichwort: Fehler sind dazu da, um Erfahrungen zu sammeln und um aus diesen zu lernen. Dem stimmt Professor Jan Hagen in einem Gespräch mit impulse nur teilweise zu. Er forscht über Fehlerkultur in der Luftfahrt und meint, dass wir uns durch Fehler weiterentwickeln. Allerdings schränkt er ein, dass wir nicht allein aus den Erfahrungen klug werden, sondern aus Reflexion. Ein gutes Beispiel ist der Flugverkehr, wo man gelernt hat, dass es nicht allein darum gehen kann, Fehler – die nun mal menschlich sind und jedem passieren können - zu vermeiden, sondern Fehlerketten zu durchbrechen. Denn oftmals ist es eine Reihe an Fehlern, die zu einem Unglück führen. In Unternehmen kann das ähnlich ablaufen, weshalb dort das gleiche Prinzip gelten sollte wie in der Luftfahrt: Man muss Vertrauen und eine angenehme Atmosphäre schaffen, sodass es den Mitarbeitern nicht schwerfällt, offen über Fehler zu sprechen. Dabei helfen flache Hierarchien und gegenseitiges Duzen. Dies vermindert Hürden in der Kommunikation, wodurch es leichter fällt etwas anzusprechen, das nicht so gut läuft. Dabei scheint es geschlechterspezifische Unterschiede zu geben: In einer der Studien von Professor Jan Hagen war messbar, dass unter den deutschen Führungskräften Frauen zu etwas mehr Offenheit neigen und weniger politisch agieren als Männer.

Auch wenn es um Kompromissbereitschaft in der Arbeitswelt geht, wird diese durch die Anwesenheit von Frauen positiv beeinflusst.

Besteht eine Gruppe, in der eine Entscheidung getroffen werden muss, aus Männern und Frauen, so steigt die Kompromissbereitschaft der Männer. Dies ergab laut t3n eine aktuelle Studie im Journal of Consumer Research. Zwar lag dabei der Fokus auf Kaufentscheidungen, doch den Prozess der Lösungsfindung lässt sich ebenfalls auf Abläufe in Unternehmen übertragen.

Dass nicht jeder Fehler bestraft werden sollte, ist in der Arbeitswelt mittlerweile angekommen, denken wir. Und wenn sie passieren, helfen in der internen Kommunikation nicht nur Best-Practice-Beispiele, diese in Zukunft zu vermeiden. Eine unterhaltsame Vermittlung nimmt Fehlern humorvoll die Schärfe und den Zeigefinger-Charakter. Damit wird Mitarbeitern die Angst genommen, darüber zu sprechen und sich offen mit dem Umgang mit Fehlern auseinander zu setzen. Außerdem bleibt es interessant, ob sich die Du-Form in Unternehmen nach und nach durchsetzen wird oder nicht - auch große Konzerne wie Otto ziehen ja mittlerweile das Du vor. Ob „Du“ oder „Sie“, „Mann“ oder „Frau“ – letztlich kommt es auf den richtigen Umgang (-ston) an!

Wir wünschen Ihnen eine felerhaffte Woche!
Ihr Team von GOOS COMMUNICATION