Online-Möbelhandel: Odyssee oder Erfolgspferd?

Online oder offline? Ob wir im Store vor Ort einkaufen oder online bestellen ist kein neues Thema – auch wir haben schon darüber berichtet – aber gerade für die Einrichtungsbranche ist es nach wie vor ein bestimmendes Thema. Apropos Einrichtung: Es gibt auch wieder News vom schwedischen Möbelriesen – und von unserem Online-Shopping-Freund Max, der dieses Mal froh ist, dass er mit seiner Bestellung gezögert hat.

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Beginnen wir bei Ikea: Was lange währt, wird endlich gut?! Ikea hat es geschafft: Nach zwölf Jahren, eröffnete Ikea nun das erste indische Einrichtungshaus in Hyderabad – darüber berichteten vergangene Woche die Medien, so auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Der schwedische Möbelriese ist dafür bekannt, dass vor der Expansion in neue Länder lokale Märkte und Kulturen genau analysiert werden. So ist es nicht verwunderlich, dass im ersten blaugelben Restaurant Indiens Köttbullar aus Huhn und in vegetarischer Variante auf den Tisch kommen. Außerdem interessant: So viele Plätze wie es im ersten indischen Ikea Restaurant gibt – tausend an der Zahl – so viele Produkte wurden auch speziell für den indischen Markt entworfen. Den Weg nach Indien hat Ikea somit geschafft und an dem Weg ins Online-Geschäft arbeitet der Möbelhändler auch verstärkt. Kein Wunder, denn letzte Woche berichtete das Handelsblatt, dass Deutschland verstärkt Möbel per Mausklick kauft. Otto sei mit seinem E-Commerce-Konzept bereits Vorreiter für den Online-Möbelhandel und andere wie Ikea oder Home24 wollen auch mitmischen. Der Online-Möbelhandel ist also ein Thema, das nicht nur die Medien immer wieder beschäftigt, sondern auch die Möbelbranche bewegt. Es scheint fast, als sei das Online-Geschäft für Möbel das einzige und richtige Pferd, auf das man unbedingt setzen sollte – quasi das Einhorn der Zukunft. Auch der Experte im Gespräch mit dem Handelsblatt sieht im Online-Handel für die Möbelbranche das Geschäft der Zukunft. Der Artikel berichtet zudem darüber, dass gerade die jüngere Zielgruppe schon allein das Interesse an einem Besuch in einem Einrichtungshaus verliert und immer mehr online Inspiration sammelt. Und damit die junge Generation sowohl online Inspirationen findet als auch direkt online einkaufen kann – genau dafür gibt es die Möbel-Start-ups wie zum Beispiel made.com

 Risiken (und Nebenwirkungen) des Online-Möbelhandels

Was beim Online-Möbelkauf alles schief gehen kann und welche Risiken es gibt, wenn man rein auf E-Commerce im Einrichtungsbereich setzt, darüber berichtete Der Spiegel. Genau wie Kathrin von Wendt, ihre Geschichte mit einer missglückten Bestellung bei made ist Teil des Artikels, entspricht auch unser fiktiver Freund Max der Zielgruppe des Online-Händlers. Wer unseren Blog zu Max nicht gelesen hat – oder sich im Zweifel nicht erinnert: Unser lieber Max war derjenige, der ohne Augmented Reality zu kennen, online ein Sofa bestellt hat – das dann leider nicht in sein Wohnzimmer passte. Da Max aus Fehlern lernt, geht er das Online-Shoppen von Möbeln jetzt vorsichtiger an. Jedoch ist er als junger Großstädter die Zielgruppe von made.com und so wird ihm auf seinen Social-Media-Kanälen wie Facebook & Co. ständig Werbung des britischen Anbieters angezeigt. So denkt auch unser Max darüber nach, noch einmal einen Versuch zu starten. Aber nach der Lektüre des Spiegel-Artikels ist er sich nicht mehr ganz so sicher… .

Bei made.com gibt es trendige Möbel, die per Mausklick nach Hause geliefert werden. Dass das nicht immer reibungslos funktioniert, darüber berichtete Susanne Lang in ihrem Artikel. Die Odyssee von Kathrin von Wendt steht für falsche Lieferungen, kein Geld und kein Kundenservice. Und genau letzteres ist aus Kundensicht ein wichtiger Punkt: Die Betreuung von Kunden kostet Online-Händler viel Geld, daher wird hier oft gespart. Ob man das Risiko eingehen möchte, muss dann beim Online-Kauf jeder individuell für sich entscheiden. Wenn man diesen Aspekt mit dem stationären Handel vergleicht, erkennt man Unterschiede. Der Kundenservice ist hier live und in Farbe vor Ort – und kann hoffentlich weiterhelfen. Kundenservice und die Kommunikation mit dem Kunden sind wichtig und das werden über kurz oder lang vielleicht auch die Online-Händler merken, die daran sparen. Worauf die jungen Möbelunternehmen ihren Fokus  legen, ist laut Artikel eher auf den Börsengang. Ob das der richtige Weg – ganz ohne Nebenwirkungen – ist, wird die Zukunft zeigen. Der Erfolg liegt sicher in der goldenen Mitte: Der Online-Handel boomt – und das zu recht, denn neben Geschichten wie die von Kathrin von Wendt gibt es auch reibungslose und zufriedenstellende Online-Möbeleinkäufe – jedoch zeigen solche Erfahrungen auch, dass es für den Möbel-Handel noch die ein oder andere Stellschraube zu drehen gibt. Außerdem macht das Ikea-Beispiel aus Indien deutlich, dass ein gut durchdachter POS, der die Bedürfnisse der Zielgruppe erfüllt, noch immer ein Publikumsmagnet ist und bleibt. Wer es schafft, Online-Shop oder -Auftritt und POS perfekt zu synchronisieren, der wird unserer Meinung nach auf jeden Fall auch weiterhin ganz weit vorne mitspielen.

Wir und Max wünschen Ihnen eine schöne Woche!

Ihr Team von GOOS COMMUNICATION