KW 34: Die Welt der Küchen – spannender als Westeros

Sind Sie einer von denen, die begeistert die Machtkämpfe in TV-Serien wie „Game of Thrones“ oder „House of Cards“ verfolgen? Dann wird Ihnen unser Link der Woche sicher Freude bereiten: Pünktlich zur area30, einem der wichtigsten Events der deutschen Küchenbranche, erzählt die FAZ eine Geschichte über Intrigen, Verrat und Machtkämpfe. Sie spielt allerdings weder in Westeros noch im Weißen Haus, sondern in Pfullendorf.

Gestern endete die vorletzte Staffel der wohl erfolgreichsten TV-Serie aller Zeiten: Game of Thrones. Darin geht es um die Vorherrschaft in den Sieben Königslanden. Wer am Ende auf dem Eisernen Thron sitzt und über die Fantasy-Welt herrschen wird, ist noch offen – und wird sich erst in der letzten Staffel, die frühestens Ende 2018 ausgestrahlt wird, klären. Das Erfolgsrezept der Serie ist eigentlich recht simpel: eine außerordentlich gut erzählt Geschichte, in der die Handlungsstränge kunstvoll verwoben sind, trifft auf Sex, Gewalt und schlaue Sprüche. Letzteres ist allerdings nur die Oberfläche: Wenn man feuerspeiende Drachen, Zombiearmeen aus dem Eis und Klamotten aus dem Theaterfundus (bzw. von IKEA) abzieht, bleibt ein allzu menschlicher Kern: Es geht darum, wie Macht verteilt und erhalten wird. Ein Verhalten, das wir alle täglich in den Nachrichten, im Kleingartenverein oder in den Unternehmen, in denen wir unser Geld verdienen, erleben. Dabei wird mal mit mehr, mal mit weniger harten Bandagen gekämpft – und es muss nicht unbedingt Blut fließen, damit es spannend wird. Einen echten Thriller etwa beschreibt unser Link der Woche: In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung versuchten Michael Ashelm und Klaus Max Smolka Licht in die verwirrende Geschichte um die Insolvenz der Alno AG zu bringen. Nachdem der Küchenkonzern seine – wie erwartet desaströse – 2016er Bilanz vorlegte, brachten sich Kunden, Lieferanten und Gläubiger in Position: „Der F.A.Z. liegen Dokumente vor, in denen der Hauptgesellschafter schwer belastet wird. (…) Die Rede ist von Täuschung und Betrug.“ Schwerwiegende Vorwürfe gegen den Alno-Teilhaber Tahoe Investors! Doch wer verbirgt sich eigentlich hinter der Finanzgesellschaft, die 26 Prozent der Anteile an Alno hält? Tahoe Investors ist ein Unternehmen aus dem Imperium der bosnischen Unternehmerfamilie Hastor, die mit Autoteilen groß geworden ist. Bei Alno kontrollierten die Hastor-Vertreter den Aufsichtsrat und „quetschten den Pfullendorfer Küchenhersteller mit unlauteren Mitteln aus. So lautet zumindest der Vorwurf.“ Beklagt würde der „Rambo-Stil“ des Hauptgesellschafters – mit dem die Hastors ein bestimmtes Ziel verfolgten: „Kritiker aus der Branche sehen ein typisches Vorgehensmuster der Prevent-Gruppe. Nach dem Einstieg würde der finanzielle Druck erhöht, Kontrolle gewonnen, das Unternehmen dann ausgepresst, um am Ende billiger an eingeführte Marken zu kommen.“ Die ehemalige Finanzchefin von Alno, Ipek Demirtas, versucht nun über eine Treuhandgesellschaft die Kontrolle zurückzuerlangen. Ob das gelingt, ist offen. Aber das Drama um Alno zeigt doch, dass es weder Schwerter noch Drachen bedarf, um verbrannte Erde zu hinterlassen. Denn eins ist klar: Die Leidtragenden der ganzen Geschichte sind die Angestellten von Alno.  

Unterdessen in Löhne

Während bei Alno der Machtkampf tobt, bereitet man sich in Löhne auf die größte area30 aller Zeiten vor. Vom 16. bis 21. September ist die area30 mit einem Flächenzuwachs von 1.500 Quadratmetern und einem Ausstellerwachstum um 8,3 Prozent eines der Highlights des alljährlichen „Küchenherbsts“ in Ostwestfalen – das meldete die Wohnkultur in der letzten Woche. Unter den Ausstellern dort sind auch unsere viele unserer Kunden zu finden. Zum Beispiel SCHOCK, KüchenTreff, Lechner und Gorjene. Als Teil der A30 Küchenmeile ist die area30 ein wichtiger Treffpunkt. Doch entlang der Querverbindung von Osnabrück und Bad Oeynhausen ist noch weit mehr zu entdecken: zum Beispiel die rundum erneuerte Hausausstellung von Häcker Küchen. Ein Pflichtbesuch ist natürlich auch die Alno AG, die traditionell in Hiddenhausen ausstellt – und auch dieses Jahr dort vertreten ist. Im aktuellen Katalog der Marketinggemeinschaft A30 tauchen zwar weder Alno noch die Töchter Wellmann, Pino und tielsa auf, doch Alno-Sprecher Markus Gögele gibt gegenüber dem Küchenplaner Entwarnung: „Wir sind weiterhin Mitglied der Marketinggemeinschaft. In die Broschüre haben wir es nur nicht geschafft, weil wir im Zuge der Insolvenz-Anmeldung bis Redaktionsschluss keine Zusage geben konnten.“ Das sind doch mal gute Nachrichten! Wobei: Gute Nachrichten machen keine spannenden TV-Serien. Denken Sie da mal drüber nach!

Wir wünschen Ihnen eine Woche voller Thrills & Drachenblut,
Ihr Team von GOOS COMMUNICATION