KW 34: Nach dem Hype ist vor dem Hype

Wer in der Kommunikationsbranche arbeitet, wird Tag für Tag mit neuen Trends konfrontiert. 

 Quelle: Fotolia © Leszek Czerwonka

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Letzte Woche zum Beispiel verlinkten wir einen Artikel aus dem „Pressesprecher“ von Kai Wermer. Der Experte für Content-Strategie schreibt darin, dass „Adaptive Content“ immer mehr an Bedeutung gewinnt. Was sich hinter dem Buzz-Begriff verbirgt, ist eigentlich ganz banal: Informationen sollten sich an die Situation, in der sie abgerufen werden, anpassen. Besuche ich eine Unternehmenswebsite vom heimischen Computer aus, habe ich andere Erwartungen, als wenn ich vor einem Laden stehe und eine neue Destroyed-Jeans kaufen will. Darauf müssen Content-Produzenten und die Technik reagieren – was natürlich mit der Zunahme von Endgeräten immer komplexer wird. Soweit, so verständlich. Worauf wir aber hinauswollen: Mit Begriffen wie „Adaptive Content“ oder „Augmented Reality“ werden Leistungen verkauft. Mal mehr, mal weniger sinnvolle.

Unternehmen wird suggeriert, dass sie Trends mitmachen müssen, um nicht auf der Strecke zu bleiben.

Das Tempo, mit dem die neueste Neuigkeit durch die noch neuere Neuigkeit abgelöst wird, wird dabei immer rasanter und lässt kaum mehr Zeit, zu prüfen, was wirklich für das eigene Unternehmen wichtig ist.

Umso erholsamer war der Artikel „Das nächste große Ding“ aus der HAZ: Hier beschreibt Bert Strebe sehr sachlich und ruhig, was ein Trend ist, wie er zustande kommt, was ihn von seinem „durchgeknallten kleinen Bruder“, dem Hype, unterscheidet und warum wir ihm folgen. Letzteres ist irgendwie einleuchtend: Wir möchten zur Gemeinschaft gehören. Deswegen rennen wir in industriell zerstörten Jeans durch die Stadt und jagen Pokemons. Dass gerade Hypes auch schwierig sein können, beschreibt er anhand des Quinoa-Samens. Diese Pflanze ist gerade der Hype in der Ernährungsszene. Sie stammt aus Südamerika und nachdem sie hier in Europa schick wurde, können sich die Campensinos in Bolivien, Peru und Ecuador ihr eigenes Nahrungsmittel nicht mehr leisten – und auch die Umwelt leidet, weil die Samen um den halben Erdball geflogen werden müssen, um in Berlin-Mitte im Müsli zu landen.  

Auch wenn sie unterhaltsam sind: Nicht jeder Trend macht Sinn, nicht jedem Hype muss gefolgt werden. Dafür plädiert Bert Strebe und ist damit unser Lieblingslink der letzten Woche!

Lassen Sie sich also nicht stressen! 
Ihr Team von GOOS COMMUNICATION