KW 41: Nichts ist so beständig wie der Wandel, oder eben doch nicht?!

Warum Designklassiker nicht aus der Mode kommen und Weiß das neue Weiß ist

 Quelle: AMK

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Mehr Vielfalt, mehr Spannung, mehr Meinung – was wir mit unserem neuen digitalen Markenauftritt umsetzen, scheint in der Küche kaum zu funktionieren. Dort regiert unangetastet und seit vielen Jahren das Weiß, behauptet zumindest ein Artikel auf „houzz.de“. Und auch eine Analyse der IKEA-Designs der letzten Jahrzehnte macht deutlich, dass echte Klassiker in den eigenen vier Wänden nicht aus der Mode kommen.

Früher war alles ... genauso

Schöner Wohnen hat sich in der letzten Woche die Mühe gemacht, das aktuelle IKEA-Programm mit früheren Designs zu vergleichen. 1951 erschien der erste Katalog des schwedischen Möbelgiganten und über die Jahre haben die Designer einige Klassiker hervorgebracht. Ob man sie in ihrer Schlichtheit mag oder nicht: Die Regalsysteme Billy oder Ivar sind die Popstars ihrer Zunft. Umso überraschender ist die Früher-Heute-Bildstrecke auf schoener-wohnen.de. Da wird uns nämlich eindrücklich vor Augen geführt, dass sich eben nicht alles ständig ändert. Einige Möbelstücke die zu den Bestsellern von IKEA in den 1970er Jahren gehörten, kann man heute in beinahe identischer Form kaufen.

Die vornehm Blasse

Ebenfalls weitgehend unangetastet vom Lauf der Zeit scheint das Dogma von der weißen Küche zu sein. Über diese ungebrochene Mode schreibt Eva Zimmermann in ihrem Artikel „Die vornehm Blasse: Warum alle Welt weiße Küchen liebt“. Von Jacksonville über Wolfenbüttel bis nach Nischni Nowgorod sei Weiß die Mainstream-Wunschfarbe für die Küche. Dabei ist Weiß noch nicht mal eine richtige Farbe: Der helle Farbeindruck entsteht vielmehr durch ein Gemisch aus Einzelfarben. Wenn man es also streng nimmt, liebt alle Welt bunte Küchen, denen man ihre Farbe nicht ansieht. Farbe hin, Nicht-Farbe her: Der Artikel steht in krassem Gegensatz zu den visuellen Eindrücken, die wir zuletzt auf der Küchenmeile A30 gesammelt haben. Dort präsentierte sich der wichtigste Raum der Wohnung in Metallic-Tönen, mit Holz- und Beton-Oberflächen und dunklen Farbwelten. Nun sind wir nicht erst seit gestern in der Branche und wissen, dass die Designs, die die Küchenhersteller auf Messen präsentieren, nicht unbedingt den Modellen entsprechen, die auf ihren Bestseller-Listen stehen. Dort rangiert die vornehm blasse, also weiße, Küche weiterhin ganz oben. Und die Gründe, die Eva Zimmermann anführt, sind auch plausibel. Mehr Flexibilität, gerade in Wohnungen mit offenen Küchen, eine positive Anmutung von Reinheit und Hygiene und nicht zuletzt: Weiß hat dank des Apple-Designs einige Punkte auf der Hipster-Skala hinzugewonnen. Trotzdem: Dass nicht nur die Medien wieder vielfältigere Inhalte bieten, sondern auch in der Küche mehr gewagt wird – das würden wir begrüßen.

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine bunte Woche!
Ihr Team von GOOS COMMUNICATION