KW 43: Sag es laut und sag es richtig

Damit Unternehmenskommunikation nicht zur stillen Post wird, also beim Empfänger auch das ankommt, was ankommen soll, ist eins wichtig: aktiv zu kommunizieren. Wer das tut, hat schon mal einen guten Anfang gemacht. Beim „Wie“ und „Was“ wird es allerdings schon wieder kompliziert...

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„Man kann nicht nicht kommunizieren.“ So lautet eins von fünf Axiomen des Kommunikationswissenschaftlers Paul Watzlawick. Ein Axiom ist ein Grundsatz, der so grundsätzlich ist, dass er nicht einmal mehr bewiesen werden muss. Er muss also stimmen. Und das tut er auch. Hält sich zum Beispiel das Gegenüber Mund, Nase, Augen und Ohren zu, sendet er immer noch eine klare Botschaft: Ich will dich nicht riechen, nichts von dir hören, sehen und habe dir auch nichts mitzuteilen! Kommunikation durch Nichtkommunikation erlebt man auch bei Unternehmen. Dort kann sie in seltenen Fällen sinnvoll sein. Zum Beispiel in manchen Krisenmomenten. In den meisten Situationen ist der Kontakt zu und der Austausch mit den Stakeholdern aber nicht nur wichtig, sondern überlebensnotwendig. „Tue Gutes und rede darüber“ – lautet dann auch die Basisanweisung der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Wer nicht redet, kommuniziert zwar auch, aber seine Botschaft wird eher negativ wahrgenommen: Entweder er hat was zu verbergen oder er tut schlicht nichts (geschweige denn Gutes).

In der täglichen Arbeit von Kommunikationsexperten geht es heute meistens um das „Wie“. Denn die Art, wie Unternehmen ihre Kunden erreichen, ändert sich. Mit jedem neuen Medium ergeben sich neue Möglichkeiten und Gepflogenheiten. Hier am Ball zu bleiben ist nicht einfach – nicht einmal für die Big Player der Wirtschaftswelt. Letzte Woche haben wir auf einen Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung verwiesen. Darin wurden die Ergebnisse einer Untersuchung von Professor Julian Kawohl von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin dargestellt, der sich die „Customer Journey“ bei den DAX-Konzernen angesehen hat – also der „Reise des Kunden durch die digitalen Angebote des Unternehmens“, wie Autor Carsten Knop diese einigermaßen neue Kommunikationssparte nennt. Das Ergebnis: „Wirklich gut ist diese digitale Customer Journey unter einigen der großen deutschen Dax-Unternehmen aber noch immer nicht ausgeprägt.“

Industrie 4.0 richtig kommuniziert

Ein anderes „Wie“ – jenseits von der Bespielung der Kommunikationskanäle – ist das thematische „Wie“. Wie kommuniziert man über abstrakte Themen? Wie wird man einem Thema gerecht, das in aller Munde ist, aber vielfach sehr unterschiedlich interpretiert wird? Wie nimmt man Ängste vor Entwicklungen, die das Wirtschaftsleben umkrempeln werden? Die Rede ist von „Industrie 4.0“, einem Thema, dessen kommunikativen Aspekten Haike Frank sich für das Magazin Pressesprecher angenommen hat. In „Wie wir Industrie 4.0 kommunizieren sollten“ beschreibt Sie anhand des Hype-Begriffs einige spannende Aspekte in der Kommunikation, die auch durchaus für andere Bereiche gelten. Es geht ihr darum, Relevanz in der Kommunikation zu erzeugen und das kann gelingen, wenn man die Fortschritte und Potenziale der Verschmelzung von Industrie und Datenverarbeitung verdeutliche. Dabei könne es aber nicht nur um die technische Ebene gehen. Die gesellschaftliche sei mindestens ebenso wichtig: „Industrie 4.0 gelingt, wenn sie die Menschen mitnimmt. Eine menschenleere Fabrik wird es nicht geben – auch in Zukunft werden menschliche und künstliche Intelligenz nur gemeinsam erfolgreich sein.“ Die Menschen mitnehmen, kritische Aspekte in die Kommunikation mit einbeziehen – das sind wichtige Stichworte für jede Unternehmenskommunikation. Sonst können Themen leicht und unerwartet einen Bumerang-Effekt entfalten und dann nützt auch das Nicht-Kommunizieren meist nichts mehr.

Falls Sie Themen haben, die Ihnen kommunikativ auf die Füße fallen könnten – sprechen Sie mit uns! Und sprechen Sie auch über das, was Sie Gutes tun. Wir wünschen Ihnen eine redselige Woche.

Ihr Team von GOOS COMMUNICATION