KW 43: Vernetzung – wenn die Kaffeemaschine kriminell wird

Der vernetzte Haushalt ist ein Top-Thema der Branche. Dass damit auch Gefahren einhergehen, zeigen unsere Links der letzten Woche

 Quelle: AMK

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Der Vorstand Infrastruktur und Netze des Verbandes der Internetwirtschaft Eco, Klaus Landefeld, hat nicht nur einen langen Job-Titel, er findet auch drastische Worte: „Ich kann mir durchaus vorstellen, dass hier eine Cyberwaffe getestet wurde“, sagte er in einem Artikel der Welt. Was war geschehen? Unbekannte Hacker hatten mittels einer sogenannten DDoS-Attacke die Server des US-Netzwerkdienstleisters Dyn blockiert und damit zeitweise einige US-Online-Dienste wie Netflix oder Amazon vom Netz genommen. Solche Attacken kommen immer wieder vor – aus völlig unterschiedlichen Motiven. Die zugrundeliegende Mechanik ist einfach: Man sorgt dafür, dass von verschiedenen Rechnern gleichzeitig und wiederholt Anfragen an den Server gestellt werden – so viele, dass die Rechnerarchitektur die Anfragen nicht mehr bearbeiten kann und in die Knie geht. Dafür benötigt man allerdings Millionen von Rechnern, die mit Schadstoffsoftware infiziert wurden und von den Hackern gesteuert werden können. Und hier kommt die Besonderheit der Aktion ins Spiel: Die Attacke wurde nämlich nicht von eigentlichen Rechnern durchgeführt, sondern von einer manipulierten Armee aus onlinefähigen Haushaltsgeräten und Firmentechnik. „Das Internet der Dinge“ sorgte also dafür, dass einige der wichtigsten Online-Plattformen über Stunden nicht erreichbar waren. Wenn also das „vernetzte Haus“ Realität wird und uns zukünftig das Leben erleichtern soll, muss die Schattenseite der Vernetzung im Blick behalten werden: ihre Manipulierbarkeit. Für Geräte müssen Sicherheitsstandards entwickelt werden, die Updates ermöglichen, damit die Kaffeemaschine nicht zum Erfüllungsgehilfen von Erpressern, Spionen und anderen Online-Kriminellen werden kann.

Böse Technik, gute Technik

Aber es gibt natürlich auch die Schokoladenseite der Technik. (Wobei … wenn man sich den kurzen Film zum Thema ansieht, ist „Schokoladenseite“ vielleicht doch das falsche Wort.) Ebenfalls Die Welt brachte letzte Woche einen Artikel über neue Strategien beim Lebensmittelriesen Nestlé. Dort experimentiere man aktuell unter dem Arbeitstitel „Iron Man“ an der Möglichkeit, individuelle Nährstoffcocktails mithilfe eines 3-D-Druckers zuzubereiten. Der Grund dafür: Hunger und Unterernährung befänden sich auf dem Rückzug, stattdessen gebe es auf der Welt eher zu viel Nahrung, wodurch Wohlstandskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes auf dem Vormarsch seien. Hier will Nestlé mit computergenerierten Mahlzeiten ansetzen. Um den Megatrend nach besseren Nährstoffen und individuell angepasster Nahrung bedienen zu können, investiere man in Forschung und Entwicklung. Ein paar Millionen sollten allerdings noch in das Design der Speisen fließen. So, wie die Nestlé-Kreationen momentan aussehen, würden wir jede noch so ungesunde Currywurst dem Menü aus dem 3-D-Drucker vorziehen – mit allen negativen Konsequenzen und allein aus ästhetischen Erwägungen. Und was würde passieren, wenn der 3-D-Drucker gehackt würde? Sicherlich nichts Gutes …

Wir wünschen Ihnen eine appetitliche Woche mit Currywurst aus dem Imbiss und leckerem Kaffee aus der analogen Kaffeemaschine!
Ihr Team von GOOS COMMUNICATION