KW 44: Die zwei Bedeutungen von „Fertig“: Happy End und neuer Anfang

Die Elbphilharmonie ist fertig – ein glückliches Ende für den Thriller um Hamburgs neues Wahrzeichen. Und es gab noch eine zweite Knaller-News in der letzten Woche

 Foto: Elbphilharmonie © Iwan Baan

Foto: Elbphilharmonie © Iwan Baan

Mit einer Lichtinstallation feierte die Elbphilharmonie ihre Fertigstellung. Am Abend des 31. Oktober erstrahlte an der Fassade des imposanten Bauwerks das Wort „FERTIG“. Ein Wort, das man mit vielen Menschen und Dingen in Verbindung bringt (zum Beispiel mit Giovanni Trapattonis historischer Ansprache „Ich habe fertig“), aber nicht unbedingt mit der Elbphilharmonie. Das neue Wahrzeichen der Hansestadt, das nun stolz und prägnant die Skyline der Hafencity prägt, hat bekanntermaßen eine bewegte Geschichte hinter sich. Im Schnelldurchlauf: 2001 brachte eine Privatinitiative die Idee ins Spiel, stieß erst auf Skepsis, dann auf Zustimmung. Die offizielle Grundsteinlegung erfolgte 2003. Bis zu diesem Punkt waren alle ziemlich begeistert. Was dann folgte, war ein Lehrbuchbeispiel dafür, wie man Großprojekte nicht planen sollte: Kostenexplosion, Streitigkeiten zwischen allen Beteiligten, zeitweise sogar Baustopp. Das einzige Glück, das die Elbphilharmonie hatte, war, dass sich mit dem Berliner Flughafen eine noch katastrophalere Baustelle auf Platz 1 der Medien-Häme setzte. Nun ist sie also fertig – und alle Skepsis, aller Streit ist vergessen. Zur Eröffnung der Plaza, also der öffentlich zugänglichen Besucherfläche der Konzerthalle, trafen die Architekten Herzog & de Meuron auf den Baukonzern Hochtief, der alte Bürgermeister Ole von Beust auf den neuen Olaf Scholz, und statt schmutzige Wäsche zu waschen, waren sie alle stolz auf ihre „Elphi“. Ebenso geht es den Hamburgern: Durfte man noch vor ein paar Monaten in Gegenwart eines Hanseaten weder das Wort „Elb“ noch „Philharmonie“ in den Mund nehmen, ohne sich einen zweistündigen Monolog über die Verschwendung von Steuergeldern anzuhören, so wird jetzt mit der gleichen Begeisterung geschwärmt. Und das liegt auch daran, dass die Verantwortlichen vieles richtig machen: Die Elbphilharmonie ist ein Ort für alle. Wie zu erwarten gibt es viel Hochkultur mit den Stars der Klassikszene. Darüber hinaus zeigt man aber auch Popkultur (wie DJ Felix Jaehn), Elektronikpioniere (Brian Eno) und die Einstürzenden Neubauten, die den 789-Millionen-Neubau hoffentlich nicht zum Einsturz bringen werden – und das alles zu Preisen, die zumindest teilweise gut bezahlbar sind.

„Fertig“ auch in Bad Salzuflen

Während man in Hamburg also ein Happy-End à la Hollywood bestaunen kann, hat das Drama um die Zuliefermesse ZOW in Bielefeld in der vergangenen Woche eine überraschende Wendung genommen. Am Freitag wurde vermeldet, dass unser Kunde, die Koelnmesse, die ZOW übernimmt. Damit nehmen die Spekulationen, die sich in letzter Zeit um die regionale Zuliefermesse rankten, ein für alle Beteiligten glückliches Ende. Bis zuletzt war fraglich, wie es mit der Messe in Bad Salzuflen weitergehen sollte. Gesunkene Anmeldezahlen hatten das grundsätzlich erfolgreiche Konzept gefährdet. Unter Regie der Koelnmesse soll das Format nun für einen Neustart vorbereitet werden. Man möchte die ZOW erhalten, aber ihre Konturen schärfen: Da Ostwestfalen immer noch „das Zentrum der deutschen Möbelindustrie mit der größten Verdichtung an Unternehmen dieser Branche“ sei, habe ein „in der Region ansässiges Forum als Arbeitsplattform“ durchaus ihre Berechtigung, findet Dr. Lucas Heumann, Hauptgeschäftsführer Verbände der Holz- und Möbelindustrie Nordrhein-Westfalen e. V.. Die für 2017 geplante Veranstaltung werde zwar gestrichen, aber das nur, um auf einen Zweijahres-Rhythmus umzusteigen und 2018 mit neuem, schlüssigem Konzept wieder durchstarten zu können. Die ZOW im Messezentrum Bad Salzuflen werde dann gemeinsam mit der interzum als „modernes, auf die gesamte Bandbreite der regionalen, nationalen und globalen Märkte abgestimmtes Messekonzept“ die Welt der Möbelzulieferer bereichern – sagt Gerald Böse, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Koelnmesse. Und auch wenn die letzten Wochen eine Zitterpartie für Unternehmen, Messeveranstalter und die Region waren, kann man ganz ohne Kaffeesatzlesen schon jetzt prophezeien, dass der Elphi-Effekt auch bei der ZOW 2018 eintreten wird. Ist das Gerede erst vergessen, wird sich die Branche über ein Format freuen, das gut abgestimmt mit der interzum eine zusätzliche Plattform für Inspiration und Austausch bietet.

So, wir sind für heute fertig und wünschen Ihnen eine schöne Woche, hoffentlich auch mit einigen Happy-Ends! Ihr Team von GOOS COMMUNICATION