KW 46: Die wunderbare Welt der Share Economy

Das Motto „Weniger ist mehr“ kennen wir bereits aus der Design- und Einrichtungsbranche. Nun nimmt es zunehmend Einzug auch in die Lebensweisen der Menschen.

Wie will ich heute leben? Was brauche ich tatsächlich und was ist – wenn man es genau nimmt – eigentlich total überflüssiger Besitz? Diese Fragen beschäftigten die Gesellschaft immer öfter. „Du musst konsumieren“ schreit es von allen Seiten her, jeden Tag. In den Schaufenstern der Stadt, auf Plakaten an den Häuserwänden, in den öffentlichen Verkehrsmitteln und selbst auf dem Handy oder am Rechner werden uns verschiedenste Werbebanner und -videos präsentiert. Da ist es kein Wunder, dass sich in den Köpfen der Leute eine Art „Gegendenken“ entwickelt: Was man nur für einen gewissen Zeitraum braucht, das kann man sich auch einfach leihen. Diese Idee haben bereits einige Unternehmen umgesetzt. Es gibt verschiedenste Anbieter wie Car2Go, BlaBlaCar, Airbnb oder auch Spotify und Netflix mit denen materielle Besitztümer entbehrlich werden. Doch man kann nicht nur die bereits bekannten Gegenstände wie Autos, Wohnungen oder Medien auf Zeit leihen – in Indien hat das Unternehmen Furlenco eine weitere Sparte in der Share Economy entdeckt … 

Möbel leihen – geht das?!

Junge Menschen wollen stilvoll leben und gleichzeitig möglichst flexibel und mobil sein. Doch wenn man sich einmal einen Designertisch oder ein teures Sofa angeschafft hat, möchte man es beim nächsten Umzug nicht einfach verkaufen oder wegwerfen, sondern am liebsten mitnehmen. In der heutigen Zeit kann der Besitz von Möbeln also tatsächlich hinderlich sein. Furlenco hat dieses Problem erkannt und bietet in Indien nun funktionale, langlebige Möbel von hauseigenen Designern an – jedoch nicht zum Verkauf, sondern zur Miete auf Zeit. Eine Büroeinrichtung kann für 14 Euro im Monat gemietet werden, dazu gehören ein Schreibtisch, Stuhl und Regal. Auch Möbel zur Einrichtung eines ganzen Hauses vermietet Furlenco – für etwa 89 Euro im Monat. Der Service ist genial: Die Lieferzeit beträgt nur zwei Tage und die Möbel werden von den Furlenco-Mitarbeitern direkt aufgebaut. Für mindestens drei Monate können die Designermöbel gemietet und beim nächsten Umzug problemlos vom Unternehmen wieder abgeholt werden. Eine super Idee, finden wir! Genauso sind wir von der „Kleiderei“ in Hamburg begeistert.

Leihen und Teilen ist das neue Haben

Wenn Sharing mit Möbeln, Autos, Wohnungen, Filmen und Musik geht, muss das auch mit Klamotten klappen – das haben sich Thekla Wilkening und Pola Fendel ebenfalls gedacht. Die zwei jungen Damen gründeten bereits 2012 die „Kleiderei“ auf St. Pauli. Mit ihrem Slogan „Stil hast du, Kleider leihst du“ wenden sie sich gegen Fast-Fashion und den Überfluss im Kleiderschrank. Monatlich kann man sich Vintage-Teile oder auch Modestücke von (Jung-)Designern nach Hause liefern lassen. Für nur 34 Euro hat man 4 neue Anziehsachen parat, die für einen Monat oder auch länger zu neuen Outfits kombiniert werden können.

Bei so viel Mode, Möbel, Klamotten und Lifestyle fällt uns ein, dass wir letzte Woche auch entdeckt haben, dass im Frühjahr 2017 eine eigene Modekollektion von IKEA auf den europäischen Markt kommt. Die kunterbunten Teile hat Kit Neale, ein britischer Luxus-Designer, für IKEA kreiert. Vielleicht werden diese außergewöhnlichen Modestücke ja auch bald bei der Kleiderei zu leihen sein. Oder wie wäre es, wenn IKEA dem indischen Unternehmen Furlenco demnächst Konkurrenz macht und seine Möbel auch vermietet?

Sharing is caring und Teilen ist das neue Haben … Dieser neue Lifestyle wird bestimmt erst noch richtig losgehen, wer weiß, was es dann noch alles zu Leihen geben wird.

Wir wünschen Ihnen eine „teilfreudige“ Woche!
Ihr Team von GOOS COMMUNICATION