KW 48: Aus eins mach zwei - hybride Möbel

Das Bücherregal ist gleichzeitig Lichtquelle. Der Stuhl wird mit einem Handgriff zum Kleiderbügel. Multifunktionalität von Möbeln ist ein Thema, das die Branche mehr und mehr beschäftigt.

 Quelle: GERA Leuchten

Quelle: GERA Leuchten

Die 100-Quadratmeter-Wohnung von heute ist die 85-Quadratmeter-Wohnung von morgen – so schreibt der Immobilienunternehmer Andreas Fohrenkamp in einem Artikel über die Entwicklung des Wohnraums in Deutschland. Nach seiner Einschätzung findet hier gerade ein fundamentaler Wandel statt. Seit der Nachkriegszeit, als die Deutschen rund 20 Quadratmeter pro Person hatten, um sich wohnlich einzurichten, ist die Pro-Kopf-Wohnfläche stetig gestiegen. 2015 waren es stolze 47 Quadratmeter. Dafür, dass es mit diesem Wachstum bald vorbei sein wird, sieht Fohrenkamp vor allem zwei Gründe: die steigenden Immobilienpreise und der größere Anteil an Wohneigentum, der mit einer niedrigeren Grundfläche einhergeht. Auswirkungen wird diese Entwicklung nicht nur auf die Arbeit von Architekten haben, die mit durchdachten Grundrissen für Großzügigkeit im Kleinen sorgen müssen – auch die Möbelbranche wird umdenken müssen. Auf einen Trend, der über eine bloße Modeerscheinung hinausgeht, haben wir im GOOSsip vom Freitag hingewiesen: Die Bietigheimer Zeitung berichtete über ein Ausstellungprojekt verschiedener Designer zu hybriden Möbeln. Mit dabei war auch der kanadische Designer Philippe Malouin. Sein Ansatz: mit den konventionell festgelegten Funktionen von Möbeln zu brechen. Sein Produkt: ein Klappstuhl, der sich, wenn er nicht genutzt wird, in einen Kleiderbügel umfunktionieren lässt. „Möbel kann ich so umdeuten, dass sie sich in vollkommen neue Produkte verwandeln“, erläutert Malouin – und bringt damit die Grundidee hybrider Möbel auf den Punkt. Unser Kunde GERA Leuchten mit Designer Thomas Ritt hat sich diese Verbindung unterschiedlicher Funktionalitäten schon länger auf die Fahne geschrieben und verbindet Raumgestaltung mit Licht und Tragfunktion zu stilvollen Lichtmöbeln – die selbstverständlich auch große Grundrisse veredeln können.

Trendbarometer LivingKitchen

Dass diese Entwicklung auch nicht vor der Küchenbranche Halt machen wird, deuten die Produkte der Aussteller der LivingKitchen 2017 an. Nach und nach rücken die Unternehmen, die Köln im kommenden Januar wieder in das Mekka für Küchen-Aficionados verwandeln werden, mit ihren Produktneuheiten raus. Natürlich spielt neben den ewigen Trends (Individualität und Zusammenwachsen von Wohnen und Kochen) auch die hybride Nutzung von Möbeln und Zubehör eine Rolle: Da verwandeln sich Arbeitsflächen in Küchentische oder simple Spülen in praktische Vorbereitungszonen. Multifunktionalität ist übrigens nicht nur ein Thema für Wohnen und Möbelgestaltung: Mit seinem neuen, hybriden Ladenkonzept strebt auch die Supermarktkette REAL, die seit Jahren über sinkenden Absatz klagt, eine Trendwende an. Es soll nicht mehr allein um Shopping oder preisbewusste Produkte gehen, sondern um das Erlebnis. Die Kunden sollen schlendern, sich unterhalten – ganz wie früher auf dem Marktplatz. Wer Zeit hat, kann dem Metzger bei der Arbeit zuschauen oder dem Bäcker beim Backen. Das hört sich natürlich toll an – aber wenn wir an unseren letzten Samstagseinkauf denken, bei dem die von den Menschenmengen genervten Großeinkäufer mit maximalem Aggressionspotenzial durch die Regale tobten, ist die Frage, ob das Konzept im REAL-Preissegment aufgehen wird.

Wie dem auch sei - wir wünschen Ihnen eine Woche mit einem ausgewogenen Arbeits-Freizeit-Hybrid! Ihr Team von GOOS COMMUNICATION