KW 49: Weihnachten. Zeit der Liebe. Zeit des Verkaufens.

Stille Nacht, heilige Nacht. Schneerieseln. Gänsebraten. Zimtsterne. Geschenke unter dem Weihnachtsbaum. Das ist die romantische Seite von Weihnachten. Die andere Seite ist die wirtschaftliche. In der Vorweihnachtszeit machen Unternehmen Riesenumsätze. Wer da nicht rechtzeitig auf sich aufmerksam macht, verpasst die beste Zeit des Jahres.

Die Zukunft gehört der Maschine. Zumindest im diesjährigen Edeka-Weihnachtsspot. Gezeigt wird eine Dystopie, in der es – wie es sich für Dystopien gehört – nicht gut aussieht für uns Menschen. Die Städte werden von Künstlichen Intelligenzen bevölkert, die Menschen mussten in die Wälder flüchten. Doch es gibt Hoffnung. Ein einzelner Roboter macht sich auf den Weg, das Geheimnis von Weihnachten zu ergründen. Produziert wurde der Clip, der schon fast ein Kurzfilm ist, von der Agentur Jung von Matt. Schon im letzten Jahr hatten die Kreativen aus Hamburg Edeka einen Riesenerfolg beschert, wie in unserem Link der Woche nachzulesen ist: Über den Weihnachtsspot „Heimkommen“ wurde im Dezember 2016 viel diskutiert. Darin muss ein älterer Herr seine eigene Beerdigung inszenieren, damit die Familie ihn an Weihnachten besuchen kommt. „Auf der Videoplattform Youtube ist der Clip bis heute fast 60 Millionen mal angeklickt worden“, schreibt Carla Neuhaus in ihrem interessanten Tagesspiegel-Artikel, in dem es darum geht, „Wie Konzerne uns mit Weihnachtswerbung beeinflussen“.

Der Superbowl der deutschen Werbebranche

Die Weihnachtszeit ist für Unternehmen die wichtigste Zeit des Jahres, denn zu keiner anderen Zeit sitzt das Portemonnaie der Kunden so locker, ist die Konsumbereitschaft so hoch. Um einen Teil des Kuchens abzubekommen, wird in der Vorweihnachtszeit so viel Geld in Werbung investiert wie kaum sonst. Der Werber Jean-Remy von Matt sagt im Artikel: „Wir haben Weihnachten zum deutschen Superbowl gemacht.“ So wie das Finale der US-amerikanischen American-Football-Profiliga ist Weihnachten Hochsaison für Werbetreibende. Interessant ist dabei, wie die Unternehmen die Aufmerksamkeit der Konsumenten gewinnen wollen. Der Edeka-Spot ist ein geradezu exemplarisches Beispiel. Es wird nicht ein einziges Produkt gezeigt, kein Edeka-Markt, kein freundlich-kompetenter Verkäufer. Stattdessen heißt die Devise: Storytelling. Der Konsument soll bei seinen Emotionen gepackt werden. Oder wie es etwas eleganter im Artikel heißt: „Anders als Spots, die einen Kaufimpuls auslösen sollen, wirken diese Clips subtiler, sie sprechen das Unterbewusstsein an. ‚Die Konzerne versuchen, bei den Zuschauern so ein positives Gefühl für die Marke auszulösen‘, sagt Marktforscher Joachim Netz, der bei der Agentur Mediaanalyzer untersucht, wie Werbung auf Verbraucher wirkt.“ Ein zweiter Punkt, der die Werbefilme Jahr für Jahr aufwändiger werden lässt, ist übrigens das Medium: Im Internet können die Spots länger sein, müssen aber gleichzeitig überzeugen. Und das funktioniert bei dem Edeka-Spot ganz hervorragend.

Besonders hübsch ist übrigens der kleine Konkurrenzkampf, den sich Edeka und Lidl auf den Social-Media-Plattformen sein einiger Zeit liefern. Im Falle des Edeka-Weihnachtsspots reagiert der Discounter prompt und hatte schon wenige Tage später seine Antwort im Netz: Eine originalgetreue Kopie des Edeka-Spots, die aber statt aufwändiger Visual Effects mit Pappe und Do-It-Yourself-Optik überzeugt. Sehr charmant. Und auch Edeka freut sich, denn der kleine Battle vervielfacht natürlich auch die Klickzahlen. So wird konkurrierende Werbung zur Win-Win-Situation. Und wir können schon mal drauf wetten, wer am Ende das größere Umsatzplus zu verzeichnen hat. 

Nun aber genug der Wirtschaft, wir wünschen Ihnen eine festliche Vor-Vor-Weihnachtswoche!
Ihr Team von GOOS COMMUNICATION