KW 5: Gesucht - die nächste Evolutionsstufe der Küche

Innovation ist kein Selbstzweck. Sie hilft Ressourcen zu schonen, macht den Alltag einfacher – und verschafft Küchenherstellern eine ausgezeichnete Argumentation für den Kauf einer neuen Küche. Warum die nächste Evolutionsstufe beim Wohnen auf den Namen „smart“ hört.

Schon seit den 1960er Jahren steht die „eierlegende Wollmilchsau“ für etwas (Sachen, Menschen, Problemlösungen), das „nur Vorteile hat, alle Bedürfnisse befriedigt, allen Ansprüchen genügt“. Die eierlegende Wollmilchsau dürfte damit in etwa so selten sein, wie das Perpetuum Mobile. Doch immerhin gibt es Innovationen, die ihrer Definition einigermaßen nahe kommen. Sie mögen es bereits ahnen: Die Rede ist von dem, was als „Smart Home“, „Internet der Dinge“ oder „vernetztes Haus“ seit längerem für Furore (auch) in der Einrichtungsbranche sorgt. Wenn gelegentlich beklagt wurde, dass die LivingKitchen 2017 wenig Neues zu bieten hatte, fragt man sich, was in den letzten Jahren, ja Jahrzehnten, die Innovationen gewesen sein sollen. Denn was sich da in der Einrichtungsbranche zusammenbraut, wird das Wohnen nachhaltig verändern: Unter dem Smart Home versteht man bekanntlich die Verschmelzung von Informationstechnologie und Einrichtung. Die verschiedenen Funktionselemente, aus denen sich unsere Wohnung zusammensetzt, können elektronisch gesteuert werden – auch aus der Ferne. Man könnte diese Entwicklung für Spielerei halten, die allenfalls ein paar Technikfreaks vom Computer an den Ofen lockt, würden sich nicht jetzt schon handfeste Vorteile abzeichnen. In der Steuerung von Energieflüssen zum Beispiel, mit denen Strom oder Wärme viel zielgerichteter genutzt werden kann. In der Sicherheitstechnologie und vielen anderen Bereichen ebenfalls. Komfort für die Nutzer, Ressourcenschonung im Dienste der Natur – und auch die Einrichtungs- und speziell die Küchenbranche begrüßen die Entwicklung. Der Küche steht nach der Erfindung der modernen Einbauküche die nächste Evolutionsstufe bevor: Eine intelligente Küche, in der die einzelnen Geräte miteinander kommunizieren und auf die Komponenten des restlichen Haushalts abgestimmt sind, ist für die Branche ein echtes Verkaufsargument, das endlich mal wieder weit über Farben, Materialien oder einzelne Geräte hinaus zu überzeugen vermag.

Ist das „Smart Home“ also eine eierlegende Wollmilchsau? Eine Studie des VDE legt dieses Ergebnis nah. Im Mittelpunkt der Studie „Smart Living“ steht weniger die technische Realisierung als die vielfältigen Vorteile, die mit smarten Anwendungen erreicht werden können – und das enorme wirtschaftliche Potenzial, das sich hinter den zwei unscheinbaren Worten verbirgt. Ähnlich der Entwicklung im Mobilfunkbereich in den mittleren 1990er-Jahren erwarten die Verfasser „einen grundlegenden Wandel des Wohn- und Lebensgefühls wie auch des Konsumverhaltens“, der aber gleichzeitig zur Ressourcenschonung beitragen kann.

Was sonst noch so Smartes passiert ist

Es ist gar nicht so lange her, da gab es noch „Müll“ und „Abfall“. Was nicht mehr benötigt wurde, kam auf Deponien, wo es heute noch geruhsam vor sich hin lagert und je nach Materialzusammensetzung in einer mittleren Ewigkeit wieder in den Kreislauf der Rohstoffe einfließt. Das starke Bevölkerungswachstum und die Erkenntnis, dass sich mit nicht mehr benötigten Gebrauchsgütern Geld verdienen lässt, haben zu einem ziemlich radikalen Umdenken geführt. Heute geht es darum, Stoffe wiederzuverwerten. Wirklich dauerhaft entsorgt wird nur dort, wo es nicht anders geht. Alles andere wird neu verteilt, recycelt, upcycelt – es wird wieder dem Warenkreislauf zugeführt. Wie man es richtig macht, zeigte in der letzten Woche IKEA. Der schwedische Möbelriese hat eine neue Küchenfront im Programm, die aus recyceltem Kunststoff und Holz hergestellt wird. Die schwarze Beschichtung stammt aus recycelten PET-Flaschen; das Holz stammt ebenfalls aus Recycling-Beständen.

Auch diese Innovation (wobei: unser Kunde REHAU nutzt ähnliche Verfahren für eines seiner Dielenmodelle) erfüllt die Eierlegende-Wollmilchsau-Kriterien: IKEA verdient und kann sein Markenimage verbessern, der Kunde hat eine schöne neue Küche, die Umwelt wird nicht mit zusätzlichem Abfällen belastet.

Wir sagen: Weiter so und wünschen Ihnen eine schöne, smarte Woche!
Ihr Team von GOOS COMMUNICATION

P.S.: Bei aller vernetzten Funktionalität und Ressourcenschonung sollte man natürlich auch Farben und Materialien nicht vergessen. Das Auge wohnt schließlich mit! Deswegen haben wir für Sie noch einmal unsere Beobachtungen auf der imm cologne in einem Trendreport zusammengefasst. Unter diesem Link können Sie den Report, in dem wir die aktuellsten Entwicklungen aus Design und Innenarchitektur vorstellen, downloaden.