KW 50: Mit Maschinen reden

Kommunikation ist kein Ponyhof. Diese Erfahrung haben wir alle gemacht. Beim Ehekrach, bei der Gehaltsverhandlung oder einfach beim promillehaltigen Polittalk am Tresen. Je komplexer das Thema, desto komplizierter die Kommunikation. Immer einfacher hingegen wird das Gespräch mit Maschinen.

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Kommunikation ist eine Kunst. Das gilt für die Alltagskommunikation genauso wie für die professionelle Verständigung, mit der wir als Kommunikationsagentur ja jeden Tag beschäftigt sind. Was die Verständigung zwischen Menschen so schwierig macht, ist erst einmal das unzulängliche Werkzeug: Sprache. Mit ihr kann man vieles vermitteln, aber eben nicht alles. Was über Gesten, über den Subtext, über die Beziehungsebene, etc. noch so zwischen Sender und Empfänger hin und her geht, führt gerne mal zu Missverständnissen. Und im ungünstigsten Fall fliegen am Ende die Fäuste. Wie viel einfacher ist doch da der Austausch mit der Maschine, der ja genaugenommen meist kein Austausch ist. Wir wischen nach oben und schließen damit die App auf dem iPhone. Wir tippen eine URL ein und gelangen auf die Website, die wir suchen. Wir schalten den Schalter ein und der Staubsauger saugt Staub. Keine Missverständnisse, kein Streit! Klar, gibt man als Bediener einen falschen Befehl ein, kann das gerade bei komplexeren Anwendungen schon mal blöd enden, aber der Schuldige ist dann leicht zu ermitteln. Und außerdem wird jetzt alles es noch einfacher, wie Horizont in einem Artikel zu Sprachassistenten, KI & Co schreibt. In „Wie die Interaktion zwischen Mensch und Maschine künftig aussehen könnte“ beschreibt Klaus Janke, wie sich mit Sprachsteuerung und anderen Instrumenten die Kommunikation mit den Maschinen ändern wird. "Komplexere, geschichtete Informationen werden sich auch in Zukunft nur schwer auditiv transportieren lassen." So wird Frank Rief, der an der Mediadesign Hochschule München eine Professur bekleidet, im Artikel zitiert. Visualität bleibe notwendig. „Aber das muss kein klassisches Display mehr sein, sondern vielleicht auch eine Projektion oder ein Hologramm. Vielleicht wird man Displays haben, die man zusammenrollen und in die Hosentasche stecken kann." Neben der Sprachsteuerung würde auch die Steuerung per Geste an Bedeutung gewinnen. Allen Ideen gemein sind zwei Punkte: Es geht um die ideale User Experience. Und zweitens: Die Marken werden umdenken müssen. Denn: „auf den neuen Interfaces, insbesondere Voice und Internet of Things, lassen sich Markenidentitäten weniger optisch darstellen als gewohnt, es ist weniger Raum für Ästhetik.“ Ersetzt würden die gelernten Markendarstellungen durch Soundlogos und Vibrationsmuster – und auch der digitale Service selbst würde zur "Ausprägung der Markenidentität".

Die Interaktions-Schere geht auseinander

Immerhin: Die Website soll nach den Experten erhalten bleiben. Sie erfüllten ein „Bedürfnis nach tieferer Information“, das sie mit ihrem Medienmix ideal erfüllten. Ob das auch für Facebook gilt, ist dagegen fraglich. Basic Thinking analysierte letzte Woche, wie sich die Interaktionen auf der beliebten Social-Media-Site entwickelt haben. Das Ergebnis wird ein paar Leute sehr und sehr viele Leute sehr wenig freuen: „Die Interaktions-Schere zwischen kleinen und großen Seiten geht weiter auseinander. Während nur 10 Prozent der Facebook-Artikel den Großteil der Interaktionen generieren und dabei noch von Facebook unterstützt werden, kämpfen die restlichen 90 Prozent – zu denen wir vermutlich alle gehören – mit noch stärkeren Verlusten.“ Warum aber sollte man in Social-Media-Aktivitäten investieren, wenn Sie keiner mehr wahrnimmt? Das eher resignative Fazit des Artikels: Falls es Unternehmen um Klicks gehe, müsse man diese Entwicklung genau beobachten, um dann gegebenenfalls „… die Relevanz von Facebook herunterzustufen oder Geld für Anzeigen in die Hand zu nehmen“.

Und weil aller guten Dinge drei sind und Kommunikation durchaus sehr positiv verlaufen kann, wollen wir an dieser Stelle noch einmal auf einen Artikel aus der FAZ hinweisen. Darin erläutert Christine Scharrenbroch, welche Tiefe die Individualisierung in der Küchenbranche erreicht hat. Der Artikel ist das Resultat ihrer Teilnahme an der von uns organisierten GRASS Guided Press Tour – und es freut uns sehr, wenn wir und unsere Kunden zu so einem spannenden Artikel inspirieren können. 

Wir wünschen Ihnen eine Woche voller gelungener Kommunikation – besonders auch unter dem Weihnachtsbaum! Ihr Team von GOOS COMMUNICATION