KW 7: Draußen Chaos, drinnen Idyll

Die Deutschen geben so viel Geld für ihre Wohnung aus, wie keiner ihrer europäischen Nachbarn. Für die Möbelbranche ist das eine gute Nachricht. Der anhaltende Rückzug ins Private, den der VDM unter anderem für diesen Trend verantwortlich macht, ist gleichzeitig ein wenig erschreckend. Draußen ist es schließlich auch schön – und die meisten Menschen sind ganz freundlich...

 Foto: SCHOCK

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Früher war nicht alles besser. Aber auch früher hat man schon gesagt, dass früher alles besser war. Die Herausforderungen der Gegenwart wurden schon immer als anstrengend oder gar bedrohlich wahrgenommen, während der Blick auf die Vergangenheit diese als eine Art Idyll erscheinen ließ. Anders lässt sich wohl nicht erklären, dass einer der bestimmenden Trends der letzten Jahre der Rückzug ins Private ist. „Tür zu und Ruhe“ – so lautet ein, einigermaßen drastisch formuliertes, Leitmotiv des Wohnens für den Verband der Möbelindustrie (VDM), der nach der imm cologne noch einen Rückblick auf die Trends der internationalen Leitmesse wirft. In unserem Link der Woche fasst das Küchenplaner Magazin die wichtigsten Analysen des VDM für den schnellen Leser zusammen. Viele Menschen seien überfordert mit der Schnelligkeit der Ereignisse und suchten Entspannung in den eigenen vier Wänden, steht da zu lesen. Wenn wir hier morgens die Zeitung aufschlagen, können wir dieses Gefühl angesichts von Klimakatastrophe, Kriegen, Populismus, Minuszins oder TV-Programm ganz gut verstehen. Trotzdem: Die Konsequenz sollte nicht Rückzug sein – immerhin sind die meisten Menschen auf diesem Planeten im Grunde ziemlich nett. Und eins verbindet sie von Timbuktu über Bad Oldesloe bis nach Miami: die Freude an gutem Essen in geselliger Runde. Insofern ist es gut, dass die anderen Trends des VDM-Berichts ein wenig über den individuellen Horizont hinausgehen: Zum Beispiel in der Küche, wo die kommunikative Ess-Bank zum Plausch mit Freunden und Bekannten einlädt. Auch die Landflucht ist ein Trend der ungebrochen anhält – und der seine Wirkung auf die Einrichtung zeigt. Mehr Stadtbewohner, das bedeutet weniger Wohnraum pro Kopf. Auf Bequemlichkeit und Komfort will man trotzdem nicht verzichten, also versuchen die Möbelhersteller, mehr Funktion in kleinen Räumen unterzubringen. Das Stichwort lautet „Multifunktionalität“ und damit kommt man nicht nur in die Trendreports des Jahres, sondern kann auch Wettbewerbe gewinnen.

Was wäre die Menschheit ohne Innovationen?

So erging es der Prepstation, einer Spüle mit integrierter Vorrichtung zur Vorbereitung des Kochprozesses, unseres Kunden SCHOCK. Die Prepstation wurde für Funktionalität, Innovation, Design, Produktnutzen und Materialbeschaffenheit als eine „KüchenInnovation des Jahres 2017“ ausgezeichnet. Das neuartige Spülenkonzept überzeugte Jury und urteilende Konsumenten mit ihrer integrierten Arbeitsfläche und durchdachten Accessoires. Mit der Prepstation hätten die Nutzer alles auf einmal parat und könnten ihre individuellen Kochkünste ausleben. Auch Blanco, Grohe, Hansgrohe und Rieber haben durchdachte Lösungen für die Kategorie Küchenspülen und -armaturen präsentiert. Das Motto des Wettbewerbes lautete: „Generationengetriebene Trends rund um Küche und Kochen“. Eine Trendstudie der Initiative LiveCare und des Marktforschungsinstitutes K&A BrandResearch zeigt, dass nicht nur die Generation X (38 bis 52 Jahre) und die Babyboomer (53 bis 67 Jahre) gerne kochen – gerade die Generationen Y und Z (ab 20 Jahren) legen viel Wert auf individuell zusammengestellte Speisen, neue Rezeptideen und das gemeinsame Kochen mit Freunden. Die junge Generation kocht anders – und das in kleineren Küchen. Für diese Ansprüche boten auch Constructa, Bora und Beckermann Küchen praktisch ausgefeilte Lösungen. Zu den Lieblingsmarken der Verbraucher wurden Alno, Bauknecht, Blanco, Franke, KitchenAid und Villeroy & Boch gewählt. Alle Einreichungen würden die Arbeit in der Küche zukünftig erleichtern, das Kochen noch vielfältiger machen und seien mit ihren speziellen Funktionen wirklich innovativ.

Und noch etwas Innovatives haben wir letzte Woche entdeckt: Ettlin zeigt, dass Licht in technische Textilien integriert werden kann. Mit dem lichttechnischen Spezialgewebe „Ettlin Lux“ wurde ein Gewebe entwickelt, das lichtdurchlässig ist und dem Licht als Medium eine weitere spannende Dimension verleiht. Dieses Spezialgewebe kann nahezu überall eingesetzt werden und erzeugt durch LED-Licht, welches eine starke dreidimensionale Ausprägung hat, spannende Effekte. Je nach Anordnung, Material und Abstand zur Lichtquelle können diese zusätzlich variieren. Vielleicht findet sowas ja auch Anklang in der Möbelbranche? Wir sind gespannt, wo das Spezialgewebe „Ettlin Lux“ überall eingesetzt werden wird.

Wir wünschen Ihnen eine gut ausgeleuchtete Woche!
Ihr Team von GOOS COMMUNICATION