KW 8: „Chaos in der Auftragsstatistik“

Das vergangene Küchenjahr stand immer wieder im Zeichen von Alno und mit der Branchenbilanz für 2017 zeigt sich, dass Alno „für Chaos gesorgt hat“. So hieß es letzte Woche bei moebelkultur.de. Dass die Möbelbranche in Bewegung ist, aber nicht alle Bewegung ins Chaos führt, zeigten zwei weitere Meldungen. Wo ging es bergab und wo bergauf?

Es geht um Zahlen: Die deutsche Küchenmöbelindustrie verzeichnet für 2017 mit einem Jahresergebnis von 4,6 Milliarden Euro ein Minus von 3,85 Prozent gegenüber 2016. Wenn man nach den Gründen fragt, warum für die Statistik 2017 weniger Unternehmen ihre Umsätze gemeldet haben, lautet die Antwort „Insolvenz“. Im Artikel heißt es: „Hatten 2016 im Durchschnitt 54 Betriebe ihre Umsätze gemeldet, waren es seit November 2017 nur noch 50, was sich überwiegend durch die Insolvenzen der Alno- und der LaCour-Gruppe (hier werden die Betriebe mit mehr als 50 Unternehmen einzeln gerechnet) und Nieburg erklärt.“ Dies sei der eine Aspekt, bei dem sich die Auswirkungen der Alno-Pleite in der Statistik bemerkbar machten. Der andere Punkt, an dem die deutschen Küchenmöbelhersteller im vergangenen Jahr den „Alno-Effekt“ gespürt hätten, sei die Umverteilung der Umsätze. Dies hätte bei einigen Unternehmen der Branche zeitweise für ein Umsatz-Plus von 100 Prozent gesorgt. Im Großen und Ganzen war jedoch laut Dr. Lucas Heumann, VdDK-Geschäftsführer, der von moebelkultur.de zitiert wird, erwartbar, dass es zu einer Stagnation im Küchenverkauf kommt. Das liege vor allem daran, dass der Wohnungsmarkt um circa 7 Prozent gesunken sei. Zwar werde in Großstädten eher ein Mangel an Wohnungen verzeichnet, auf dem Land sähe es aber ganz anders aus. Hier stünden Häuser und Wohnungen leer. Und das habe Auswirkungen auf den Verkauf von Küchen. Was im Inland 2017 eher schlecht lief, funktioniert dafür im Ausland: Die Prognose des VdDK-Geschäftsführers für das Küchengeschäft außerhalb der Landesgrenzen ist gut.

Es geht bergauf: Interlübke und Nobilia 

2017 war für die Branche also mehr eine chaotische Talfahrt als eine gemütliche Rodeltour. Wie sieht es bisher im aktuellen Jahr aus? Die Schlagzeilen zu Interlübke und Nobilia lassen vermuten, dass es in der Möbelbranche zurzeit positive Bewegungen gibt. Auf der einen Seite will Axel Schramm, der Präsident des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie, den Wohnmöbel-Hersteller Interlübke übernehmen. Dabei gibt es jedoch ein Problem: Nach der Insolvenz des Unternehmens wurden Anleihen ausgegeben – mit einer extrem hohen Rendite. Für die Übernahme durch Schramm müssten nun die Gläubiger zustimmen und teilweise auf ihre Forderungen aus der Anleihe verzichten. Beide Parteien haben sich dazu bisher nicht geäußert, schreibt die Neue Westfälische. Auf der anderen Seite tut sich etwas beim Marktführer Nobilia. Bei der Saarbrücker Zeitung heißt es, dass der Küchenhersteller im Saarland ein neues Werk auf einem sehr beliebten Grundstück plant: „Die Fläche gilt als das Filetstück am Lisdorfer Berg – und würde perfekt zu den Anforderungen des Küchenherstellers passen. Es ist die größte sofort verfügbare und zusammenhängende Industriefläche in Südwestdeutschland.“ Mit dem neuen Werk könnten obendrein 1200 Arbeitsplätze geschaffen werden. Für beide Themen gilt: Es bleibt spannend!

Wir wünschen Ihnen einen geordneten Start in die neue Woche!
Ihr Team von GOOS COMMUNICATION