KW 9: Mit ein paar Klicks zur neuen Küche?

Das spannende an Einbauküchen ist ihre Einzigartigkeit. Bei unserem Kunden Häcker Küchen zum Beispiel werden täglich über 850 Küchen gefertigt – und alle sind sie Unikate. Seit Jahren schon diskutiert die Branche, ob der Digitalvertrieb eines Tages die Küchenstudios verdrängen wird. Wir glauben: Das wird noch dauern.

Für alle, denen unser letzter Blogeintrag zu düster begann – es gibt gute Nachrichten: Bei der La Cour Gruppe geht erstmal alles normal weiter. Alle drei Unternehmen, die Insolvenz anmelden mussten, wollen das Verfahren zur Sanierung nutzen. Von Insolvenz weit entfernt hingegen ist der Protagonist unseres Links der Woche. Kiveda meldete letzte Woche erfreuliche Zahlen. Seit der Übernahme von Küchen Quelle sei die Gruppe um insgesamt 20 Prozent gewachsen, meldet moebelkultur.de. Den Grund für das anhaltende Wachstum lokalisiert man in den progressiven Multichannel-Konzepten, mit denen die klare Trennung der Vertriebskanäle Online und Offline faktisch nicht mehr existiere. Eine interessante Aussage, denn lange herrschte in der Branche die Auffassung, man könne ein Produkt wie die Küche nur schlecht über das Internet vertreiben. Zu individuell seien die Anforderungen, zu kompliziert der Prozess, zu groß der Wunsch der Kunden, einen der wichtigsten Räume der Wohnung „in echt“ zu erleben, bevor er fest installiert in der eigenen Wohnung landet. Bei Kiveda/Küchen Quelle sieht man dann auch das Internet hauptsächlich in einer „Schlüsselrolle“ für die Kontaktaufnahme zum Kunden. Das Internet sei erste Informationsquelle und diene auch der Kundenakquise, der eigentliche Verkauf finde dann aber über Außendienstmitarbeiter und in den Showrooms statt – wobei bei letzteren innovative Planungs- und 3D-Visualisierungstechnik zum Einsatz komme. Kiveda setzt also auf ein schlankeres Ladenkonzept, ermöglicht durch den Einsatz von Informationstechnologie über verschiedene Kanäle.

Besuch vom Küchenverkaufsroboter

Dass dieser Weg nicht falsch ist, belegen nicht nur die Aktivitäten zahlreicher Küchenstudios, -hersteller und -verbände – er spiegelt sich auch in einer Studie des bevh, des E-Commerce-Verbands. Während der bevh aufzeigt, dass sich im Online-Modehandel das Wachstum verlangsamt, prophezeit er anderen Branchen großes Potenzial, zum Beispiel dem Möbelhandel. Das Warengruppencluster „Einrichtung“ (Möbel, Lampen & Dekoration, Haus- & Heimtextilien, Haushaltswaren & -geräte) legte laut bevh mit knapp 22 Prozent das größte Wachstum vor. Interessant ist vor allem, dass über den Online-Kanal neue Zielgruppen erreicht werden: Im Internet kaufen endlich auch mal Männer Lampen, Deko und Vorhänge! Leider wird aus dem Artikel nicht ersichtlich, wie es sich mit Küchen verhält. Aber es darf anzunehmen sein, dass der starke Zuwachs hauptsächlich auf kleineren Waren fußt, die keines großen Planungsaufwands bedürfen. Die Verantwortung für den Konsumenten eine komplette Küche zu planen, die passgenau für seinen Raum gefertigt wird und ihm dann auch noch gefallen soll, ist einfach zu hoch. Bevor der Kücheninteressent seine Küche online bestellt, dann Besuch vom Küchenverkaufsroboter bekommt, der die Vermessung vornimmt und mittels 3D-Hologramm von VR-Brille einen echten Eindruck von der neuen Küche vermitteln kann, wird wohl noch etwas Zeit vergehen. Vielleicht ist es im Jahr 2047 so weit. Dann nämlich, so prophezeit der bevh, sei „Einzelhandel E-Commerce“. Stand 2017 würden wir glatt dagegen wetten, aber man hat ja schon Pferde vor der Apotheke Lambada tanzen sehen …

Wir wünschen Ihnen eine muntere Woche!
Ihr Team von GOOS COMMUNICATION