Online-Marketing: mit Katzenfilter zum Viralhit

Menschen, die auf Bildschirme starren. Die Zeit, die wir im Internet verbringen, wird immer länger. Dementsprechend müssen die Marketing-Strategien der Unternehmen angepasst werden. Die zentrale Frage lautet: Wie erreiche ich meine Kunden im Internet? Und die Antwort darauf ist komplex. Denn das Netz bietet einerseits spannende Möglichkeiten für eine zielgerichtete Kundenansprache, die Mittel und Wege dafür ändern sich allerdings ständig.

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Aus Marketingsicht war das Prä-Internet-Zeitalter die Zeit, in der man mit der Schrotflinte auf Spatzen geschossen hat. Man wird später vielleicht von den „dunklen Jahren“ sprechen, von einem „Mittelalter der Kundenansprache“. Eine Anzeige im Magazin, eine Plakatwerbung in der Einkaufsstraße, ein TV-Spot in der Halbzeit der Fußballübertragung und mit Glück waren ein paar neue Kunden gewonnen. Für Massenprodukte wie Chips oder Bier mochte das alles halbwegs funktioniert haben, aber je spezieller ein Angebot wurde, desto schwieriger war es, es in der jeweiligen Kundengruppe bekannt zu machen. Mit den Mitteln die der „Blödsinn“ namens Internet dann bot, wurde eine zielgerechte und dialogorientierte Kundenansprache überhaupt erst möglich – zumal die Zeit, die wir im Internet verbringen immer noch zunimmt: Im letzten Monat erschien ein Report zur Nutzung des mobilen Internets: Weltweit verbringen die Nutzer am Tag rund 130 Minuten im Netz. Auf das Jahr hochgerechnet sind das 33 Tage ohne Schlaf und Pause! Und dazu muss natürlich noch die Zeit addiert werden, die wir vor stationären Endgeräten verbringen.

Wo erwische ich nun meine Kunden?

Das spannende am Internet ist: Es ist ständig in Bewegung. Das gilt auch für den Werbemarkt. Die Zeit, in der die Werbebudgets ausschließlich für Bannerwerbung ausgegeben wurden, ist lange vorbei. Eine interessante Kundenansprache bietet etwa In-App-Werbung: Hier bucht der Kunde Werbung innerhalb einer App. Zum Beispiel zwischen verschiedenen Levels in einem Mobile-Game. Das US-Unternehmen Smaato hat nun eine Untersuchung zur Preisgestaltung und Performance von In-App-Werbung veröffentlicht – und festgestellt, dass diese Werbeform weltweit mittlerweile einen Großteil des Spendings ausmacht. Je nach Art des Spiels, bzw. der App, kann man hier sehr genau auf seine Zielgruppen eingehen. Auch YouTube hat sich schon seit längerem zu einem interessanten Werbekanal entwickelt. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, seine Produkte einzubringen – über Influencer, über klassische Bannerwerbung oder Videoeinspielungen oder eben über eigene Inhalte. Um die bekannt zu machen, gibt es auch für YouTube mittlerweile Anleitungen, wie man seine YouTube-Suchergebnisse verbessern kann. Im GOOSsip haben wir ein informatives Tutorial des Digitalportals t3n verlinkt, das die Grundlagen für eine erfolgreiche YouTube-Karriere erläutert.

Dass dieser Wandel auch im Möbelbereich nicht Halt macht, ist offensichtlich. Wer trotzdem noch Beweise braucht, sollte sich allein Ikea ansehen. Der Möbel-Gigant reduziert gerade die Investitionen in seinen Print-Katalog und setzt stattdessen auf die digitale Distribution. Mit einer Pinterest-Version des klassischen Katalogs macht Ikea einen ersten aber entscheidenden Schritt. Der Vorteil: Es kann direkt aus dem Katalog bestellt werden. Und: Die Reichweite erhöht sich durch virale Effekte enorm. Während der Printkatalog in der Regel in einem Haushalt gelesen wird, wird die Online-Variante oftmals diskutiert und weiterempfohlen und erreicht so erheblich mehr potenzielle Kunden. Dieser virale Effekt ist eine der stärksten Vorteile des Internets – das mussten auch eine Reihe pakistanischer Provinzpolitiker erfahren, die ganz unerwartet in den Fokus der globalen Netz-Community gerieten. Was war passiert? Bei der Übertragung einer Pressekonferenz via Facebook hatte ein Mitarbeiter des Social-Media-Teams vergessen, den Katzenfilter zu deaktivieren. Ein Zufallserfolg, klar. Aber vielleicht auch eine Möglichkeit, der Politikverdrossenheit mittels Katzenohren zu trotzen – und eine Inspiration für Unternehmen, für die ein solcher Viralhit eine hervorragende Werbung wäre.

Wir wünschen Ihnen einen schönen Sommermonat Juli – vielleicht zur Abwechslung mal mit nur 30 Minuten Screentime am Tag!

Ihr Team von GOOS COMMUNICATION