ChatGPT wird zur Werbeplattform

Ads: Neuer Touchpoint für Marken und Mediaplanung

Mit ChatGPT entsteht ein neuer Werbekanal, der auch für die B2B-Kommunikation in der Möbel-, Küchen- und Einrichtungsbranche interessant werden könnte. Seit Ende August 2026 können Unternehmen ChatGPT Ads auch in Deutschland über den Ads Manager buchen.Für unsere Branche stellt sich damit eine spannende Frage: Kann Werbung in KI-Plattformen künftig dort wirken, wo sich Händler, Hersteller, Planer und andere Branchenprofis informieren und Entscheidungen vorbereiten?

*KI-generiert

Dabei ist Werbung nur ein Teil einer viel größeren Entwicklung. Denn KI-Plattformen werden selbst zu Informations- und Rechercheumfeldern. Damit wächst für Unternehmen die Bedeutung, mit ihren Themen, ihrer Expertise, ihren Produkten und Lösungen in KI-Suchen überhaupt auffindbar und einordnungsfähig zu sein. Das lässt sich nicht einfach mit Werbebudget kaufen. Eine wesentliche Grundlage dafür sind relevante, klar strukturierte und glaubwürdige Inhalte, die Unternehmen und ihre Kompetenz digital sichtbar machen. Genau hier setzen wir bereits heute mit strategischer Content-Arbeit an. ChatGPT Ads könnten diese organische Sichtbarkeit künftig um eine Paid-Komponente ergänzen.

 

Wenn aus Suche ein Dialog wird

B2B-Mediaplanung in unserer Branche arbeitet traditionell mit sehr klar definierten Zielgruppen und Umfeldern. Fachmedien, Newsletter, Branchenplattformen, Messen, LinkedIn und weitere digitale Kanäle spielen dabei je nach Kommunikationsziel unterschiedliche Rollen. KI-Plattformen bringen eine weitere Dimension hinzu: den Kontext einer konkreten Fragestellung. Wer sich beruflich mit neuen Materialien, Technologien, Sortimenten, Digitalisierung, Nachhaltigkeit oder Marktveränderungen beschäftigt, formuliert in ChatGPT nicht zwingend einzelne Suchbegriffe. Fragen werden konkretisiert, Lösungen verglichen und Zusammenhänge recherchiert.

Damit entstehen für Unternehmen zwei Aufgaben: Sie müssen mit relevanten Inhalten in diesen neuen Informationswelten auffindbar werden. Und sie müssen prüfen, ob sich diese Sichtbarkeit zusätzlich durch bezahlte Präsenz sinnvoll verstärken lässt. Für die Mediaplanung ist gerade diese Verbindung interessant. Denn im B2B geht es häufig weniger um maximale Reichweite als darum, eine kleine, relevante Zielgruppe mit dem richtigen Thema im richtigen fachlichen Kontext zu erreichen.

 

Was das für unsere Branche bedeuten könnte

Gerade Möbel, Küche und Einrichtung sind durch komplexe Wertschöpfungsketten und spezialisierte Zielgruppen geprägt. Hersteller wollen den Handel erreichen. Zulieferer müssen ihre Produkte und Technologien bei Herstellern, Planern oder Entscheidern positionieren. Verbände sprechen Unternehmen und Unternehmer an. Dienstleister wiederum wollen genau diejenigen erreichen, die für bestimmte Themen oder Investitionen verantwortlich sind. Entsprechend konkret können Informationsbedürfnisse sein: Welche Materialien erfüllen bestimmte Anforderungen? Welche Technologien verändern die Küchenplanung? Welche Lösungen gibt es für den Point of Sale? Wie lassen sich Prozesse digitalisieren? Welche Entwicklungen sind für den Handel relevant?

Unternehmen, die zu solchen Fragen mit relevanten und belastbaren Informationen digital präsent sind, schaffen eine wichtige Voraussetzung dafür, auch in KI-gestützten Informationsprozessen eine Rolle zu spielen. Sollte sich diese Präsenz zusätzlich durch Werbung gezielt unterstützen lassen, könnte daraus ein interessanter weiterer B2B-Touchpoint entstehen.

 

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Reichweite allein wäre dabei der falsche Maßstab

Für eine spezialisierte Branche wie unsere wäre entscheidend, ChatGPT Ads nicht nach denselben Kriterien wie klassische Reichweitenkanäle zu bewerten. Die entscheidenden Fragen lauten vielmehr: Erreichen wir tatsächlich die relevanten professionellen Zielgruppen? In welchem Nutzungskontext erscheint unsere Werbung? Wie präzise können Kampagnen gesteuert werden? Und entsteht daraus messbare Beschäftigung mit Marke, Produkt oder Angebot?

Genau hier liegt derzeit allerdings auch die Einschränkung: Der Werbekanal ist neu. Belastbare Benchmarks speziell für B2B und erst recht für eine vergleichsweise kleine Branche wie Möbel und Küche liegen bislang nicht vor. Deshalb gehört ChatGPT Ads aus unserer Sicht noch nicht automatisch in jeden B2B-Mediaplan. Aber der Kanal ist inzwischen konkret genug, um ihn zu prüfen.

 

Organische Sichtbarkeit und Paid zusammendenken

Für Unternehmen entsteht damit eine Entwicklung, die wir aus anderen digitalen Kanälen grundsätzlich kennen: Organische Sichtbarkeit und bezahlte Reichweite erfüllen unterschiedliche Aufgaben und können sich ergänzen. Die Basis bleibt aus unserer Sicht die inhaltliche Sichtbarkeit. Unternehmen müssen ihre Expertise, Produkte, Lösungen und Positionen so kommunizieren, dass sie digital auffindbar, verständlich und relevant sind. Mit strategischer Presse- und Content-Arbeit lässt sich diese Grundlage systematisch ausbauen. Werbung in KI-Plattformen kann diese Arbeit nicht ersetzen. Sie könnte aber künftig eine zusätzliche Möglichkeit bieten, ausgewählte Themen, Produkte oder Angebote gezielt in relevanten Nutzungssituationen sichtbar zu machen.

Für erste B2B-Tests wären deshalb vor allem Themen interessant, bei denen ein konkreter Informationsbedarf auf ein erklärungsbedürftiges Angebot trifft: beispielsweise Produktinnovationen eines Zulieferers, neue Materialien und Technologien, digitale Lösungen für den Handel, Weiterbildungsangebote oder andere B2B-Services.

 

Der B2B-Media-Mix bekommt einen neuen Baustein

Für uns als Kommunikationsagentur liegt genau darin die relevante Entwicklung. KI verändert nicht nur die Produktion von Content. Sie verändert zunehmend auch, wie professionelle Zielgruppen Informationen suchen, Wissen erschließen und Entscheidungen vorbereiten.

Deshalb betrachten wir KI-Sichtbarkeit nicht isoliert. Wir beschäftigen uns bereits heute damit, wie Unternehmen mit relevanten Inhalten in KI-Suchen besser auffindbar werden können. Mit Werbung in ChatGPT kommt nun möglicherweise eine weitere Ebene hinzu. Die strategische Aufgabe wird damit umfassender: Welche Inhalte schaffen organische Sichtbarkeit? Wo braucht es etablierte Fachmedien und andere B2B-Kanäle? Und an welcher Stelle kann Paid Media zusätzliche Reichweite und Relevanz schaffen?

Unsere Aufgabe ist nicht, jeden neuen Kanal sofort in den Mediaplan aufzunehmen. Wir müssen einschätzen, wo tatsächlich Relevanz entsteht, welche Zielgruppen erreichbar sind und welchen Beitrag ein neuer Touchpoint zum Kommunikationsziel leisten kann. Bei ChatGPT Ads können wir mit dieser Prüfung jetzt beginnen. Denn für Unternehmen der Möbel-, Küchen- und Einrichtungsbranche geht es künftig um beides: in KI-Suchen relevant auffindbar zu sein und neue Möglichkeiten gezielter Sichtbarkeit sinnvoll zu nutzen.

 

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