Wer erzählt künftig Ihre Geschichte?
Warum Glaubwürdigkeit im KI-Zeitalter zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor wird
Es gibt Vorträge, die überraschen. Und es gibt Vorträge, die bestätigen, was man in der täglichen Arbeit bereits beobachtet. So ging es uns bei der dpa-Veranstaltung zur Glaubwürdigkeit der Kommunikation im KI-Zeitalter. Der Vortrag von Jörg Forthmann hat viele Entwicklungen auf den Punkt gebracht, die wir seit einiger Zeit in der Kommunikationsarbeit mit Unternehmen beobachten.
Die Frage nach Sichtbarkeit wird künftig untrennbar mit der Frage nach Glaubwürdigkeit verbunden sein.
Wer in einer KI-geprägten Informationswelt als relevante Quelle wahrgenommen werden möchte, muss mehr liefern als Botschaften. Gefragt sind belastbare Informationen, nachvollziehbare Expertise und Inhalte, die Orientierung geben.Genau darin sehen wir die eigentliche Veränderung der Kommunikationsarbeit.
Die Informationswelt verändert sich grundlegend
Die Zahlen, die Jörg Forthmann präsentierte, zeigen, wie tiefgreifend dieser Wandel bereits ist. Heute sind nahezu alle Menschen online. Soziale Medien und digitale Plattformen prägen den Informationskonsum vieler Zielgruppen. Gleichzeitig verschiebt sich die Art, wie Inhalte gefunden und wahrgenommen werden und das betrifft auch die Küchen- und Einrichtungsindustrie. Besonders interessant war dabei ein Gedanke aus dem Vortrag: Der sogenannte „Social Graph“ verliert an Bedeutung. Während soziale Netzwerke ursprünglich darauf ausgelegt waren, Inhalte von Freunden, Bekannten oder selbst gewählten Kontakten auszuspielen, bestimmen heute zunehmend Algorithmen, welche Inhalte wir sehen. Nicht mehr unser Netzwerk entscheidet, welche Informationen uns erreichen. Sondern Systeme, die Relevanz berechnen. Diese Entwicklung wird durch KI noch einmal beschleunigt.
Immer mehr Menschen stellen ihre Fragen direkt an Anwendungen wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity. Sie suchen nicht mehr nach einzelnen Webseiten, sondern nach Antworten.
- Wer ist Marktführer in einem Segment?
- Welche Unternehmen gelten als besonders innovativ?
- Wer treibt nachhaltige Entwicklungen voran?
- Welche Hersteller verfügen über besondere Expertise?
Die Antworten entstehen nicht an einem einzigen Ort. Sie werden aus zahlreichen Quellen zusammengesetzt, bewertet und verdichtet. Damit verschiebt sich die zentrale Herausforderung für Unternehmen: Es reicht nicht mehr aus, Informationen bereitzustellen. Entscheidend wird, ob diese Informationen als relevant, glaubwürdig und vertrauenswürdig eingestuft werden.
Die Zukunft gehört nicht den lautesten Stimmen
Während soziale Netzwerke häufig Aufmerksamkeit belohnen, suchen KI-Systeme nach etwas anderem:
- Nach belastbaren Informationen.
- Nach nachvollziehbaren Quellen.
- Nach Fachwissen.
- Nach Konsistenz.
Die Zukunft gehört deshalb nicht automatisch den lautesten Stimmen.
Sie gehört den Unternehmen, deren Wissen als relevant und vertrauenswürdig wahrgenommen wird. Glaubwürdigkeit wird damit von einem wichtigen Faktor zu einer strategischen Ressource. Und je einfacher Inhalte heute mithilfe von KI erstellt werden können, desto wertvoller werden echte Expertise, belastbare Quellen und nachvollziehbare Informationen.
Warum die Möbel- und Einrichtungsbranche besonders betroffen ist
Diese Entwicklung betrifft nicht nur bekannte Marken oder Unternehmen mit direktem Endkundenkontakt. Sie betrifft die gesamte Einrichtungsbranche. Möbelhersteller, Küchenanbieter, Zulieferunternehmen, Beschlaghersteller, Maschinenbauer, Materiallieferanten und spezialisierte Dienstleister stehen vor derselben Herausforderung. Ein Einkäufer auf der Suche nach einem innovativen Zulieferer. Eine Journalistin, die eine Expertin für nachhaltige Materialien sucht. Ein Investor, der sich über Zukunftsthemen der Branche informieren möchte. Immer häufiger beginnt die Recherche nicht mehr bei Google, sondern bei einer KI. Die entscheidende Frage lautet dann:
Taucht ein Unternehmen überhaupt in den Antworten auf?
Wer dort nicht präsent ist, verliert Sichtbarkeit. Wer dort als relevante Quelle erscheint, gewinnt Vertrauen. Dabei spielt die Größe eines Unternehmens oft eine geringere Rolle als die Qualität und Sichtbarkeit seiner Expertise. KI-Systeme bevorzugen nicht automatisch die bekannteste Marke. Sie bevorzugen Quellen, die relevante Informationen liefern und als vertrauenswürdig gelten.
Kommunikation wird zur Vertrauensarbeit
Wichtigen Einfluss auf valide Ergebnisse hat dabei der korrekte Umgang mit der KI. Je einfacher Inhalte mit KI erstellt werden können, desto wichtiger wird der kritische Umgang mit Informationen. Auch Jörg Forthmann hat offen darauf hingewiesen, dass auch sein Vortrag mit Unterstützung von KI entstanden ist. Gleichzeitig war seine Botschaft keineswegs, KI blind zu vertrauen.
Im Gegenteil.
KI kann Informationen falsch zusammenführen. Quellen missverstehen. Veraltete Daten nutzen. Fakten und Prognosen vermischen. Deshalb gewinnen Faktenchecks, Quellenprüfung und kritisches Denken an Bedeutung. Für Unternehmen bedeutet das einen Perspektivwechsel. Studien, Whitepaper, Fachbeiträge, Expertenwissen und belastbare Informationen gewinnen an Wert. Es geht weniger darum, möglichst viele Inhalte zu produzieren. Es geht darum, Inhalte zu schaffen, die Substanz haben. Kommunikation wird damit noch stärker zu einer Frage von Vertrauen, Orientierung und Verantwortung.
Warum uns der Vortrag in unserem Ansatz bestätigt hat
Für uns bei GOOS COMMUNICATION war der Vortrag deshalb weit mehr als eine Bestandsaufnahme. Er hat unseren Ansatz bzw. Grundverständnis von Kommunikation bestätigt. Schon immer arbeiten wir mit Unternehmen daran, Positionierungen zu schärfen, Fachwissen sichtbar zu machen und Vertrauen aufzubauen. Nicht, weil wir geahnt hätten, dass KI-Systeme einmal eine zentrale Rolle spielen würden. Sondern weil gute Kommunikation schon immer auf Glaubwürdigkeit, Relevanz und Expertise aufgebaut hat. Genau diese Faktoren gewinnen jetzt zusätzlich an Bedeutung. Wer über belastbare Inhalte verfügt, Wissen teilt, Orientierung bietet und als Expertin oder Experte wahrgenommen wird, schafft die Voraussetzungen dafür, auch in einer KI-geprägten Informationswelt relevant zu bleiben.
Noch gibt es keine Blaupause
Dabei wäre es unseriös zu behaupten, dass bereits heute jemand die perfekte Anleitung besitzt. Die Systeme entwickeln sich rasant weiter. Viele Zusammenhänge werden gerade erst sichtbar. Wir erleben derzeit eine Phase des Lernens. Trial and Error gehört dazu. Was heute funktioniert, kann morgen schon anders bewertet werden. Was sich allerdings bereits abzeichnet: Unternehmen, die sich jetzt mit diesen Entwicklungen beschäftigen, verschaffen sich einen Vorsprung. Nicht, weil sie alle Antworten kennen. Sondern weil sie früher lernen, Erfahrungen sammeln und verstehen, welche Faktoren künftig relevant werden. Die Regeln werden noch geschrieben. Aber die ersten Plätze werden bereits vergeben.
Unser Fazit
Der Vortrag von Jörg Forthmann hat gezeigt, warum Glaubwürdigkeit, überprüfbare Informationen und sichtbare Expertise künftig noch wichtiger werden. Gleichzeitig wurde deutlich: Es gibt derzeit keine fertige Anleitung und keine Garantie für Sichtbarkeit. Die Systeme entwickeln sich laufend weiter. Vieles entsteht durch Beobachten, Lernen und Ausprobieren. Sicher ist nur eines: Unternehmen, die heute beginnen, ihre Expertise sichtbar zu machen, belastbare Informationen bereitzustellen und ihre digitale Glaubwürdigkeit zu stärken, verschaffen sich einen Vorsprung. Und vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis aus dem KI-Zeitalter: Nicht jede Antwort einer KI ist richtig.
Aber die Qualität der Antworten hängt entscheidend von der Qualität der Informationen ab, die wir als Unternehmen, Expertinnen und Experten bereitstellen.
Kurz erklärt: Sichtbarkeit in KI-Systemen
Ist Sichtbarkeit in KI-Systemen der entscheidende Erfolgsfaktor?
Nein. Die Wahrscheinlichkeit, in Antworten von ChatGPT, Gemini oder Perplexity aufzutauchen, hängt von vielen Faktoren ab. Dazu gehören Fachkompetenz, Reputation, Medienpräsenz, Datenqualität, digitale Sichtbarkeit, technische Zugänglichkeit von Informationen und die Glaubwürdigkeit einer Quelle.
Ist das einfach SEO unter neuem Namen?
Nein.Suchmaschinenoptimierung bleibt wichtig. KI-Systeme greifen jedoch auf deutlich mehr Signale zurück als klassische Suchmaschinen. Gute Kommunikation, Fachwissen und Reputation gewinnen dadurch zusätzlich an Bedeutung.
Gibt es bereits feste Regeln?
Nein.Die Entwicklung steht noch am Anfang. Viele Unternehmen und Kommunikationsprofis sammeln derzeit Erfahrungen und lernen, welche Faktoren den größten Einfluss haben.
Warum sollte man sich trotzdem schon heute damit beschäftigen?
Weil die Unternehmen, die heute Erfahrungen sammeln, morgen nicht bei null anfangen müssen. Oder anders gesagt:
Die Regeln sind noch nicht fertig geschrieben. Aber die ersten Plätze werden bereits vergeben.
Was bedeutet das für Unternehmen?
Wer Fachwissen sichtbar macht, belastbare Inhalte veröffentlicht, Vertrauen aufbaut und seine Positionierung schärft, schafft die Grundlage für langfristige Sichtbarkeit – unabhängig davon, wie sich die Technologie in den kommenden Jahren weiterentwickelt.
Wie werden Küchen- und Möbelunternehmen in ChatGPT sichtbar?
Unternehmen werden sichtbar, wenn sie regelmäßig relevante Fachinhalte veröffentlichen, Expertise zeigen und von vertrauenswürdigen Quellen erwähnt werden.
Welche Rolle spielen Fachmedien für AI Search?
Fachmedien, Verbände und Branchenplattformen gelten für KI-Systeme häufig als besonders vertrauenswürdige Informationsquellen.
Warum wird Thought Leadership wichtiger?
Weil KI-Systeme bevorzugt auf Unternehmen und Personen zurückgreifen, die wiederholt zu einem Thema publizieren und als Experten wahrgenommen werden.
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