Unser Medientraining: Presse? Was ist das eigentlich?

In unserem Medientraining bereiten wir die Teilnehmer auf den Kontakt mit Journalisten vor – mit Übungen, ein wenig Theorie und gemeinsamer Arbeit an den Inhalten. Folgend ein kurzer Einstieg ins Thema.

Was ist Presse?

Zeitungen, Zeitschriften, Flugblätter – auch wenn den Printmedien regelmäßig das Ende vorausgesagt wird, erweisen sie sich doch als erstaunlich zäh. Man kennt diese Druckerzeugnisse auch unter dem Begriff Presse – und der wurde ursprünglich tatsächlich der Fertigungstechnik entlehnt, nämlich von der Druckerpresse aus der Zeit der analogen Drucktechnik. Unter ihm wurde die Gesamtheit aller verbreiteten Druck-Erzeugnisse zusammengefasst. Also Flugschriften, Einblattdrucke, Zeitungen, Zeitschriften, Bücher, Plakate. Das gilt im Grund genommen auch heute noch: Die Presse ist ein wesentlicher Teilbereich der Publizistik, der neben TV und Radio steht – und in jüngerer Zeit mit leichten Abgrenzungsschwierigkeiten zur Online-Publizistik zu kämpfen hat. Über die genaue Abgrenzung soll die Wissenschaft streiten, für uns ist die Plattform weniger entscheidend. Es geht um die Gesamtheit der öffentlichen Massenmedien, also um alle Publikationsplattfor-men, die von Journalisten bespielt werden – und wenn man die jüngsten Entwicklungen ins Auge nimmt, müssen diese noch nicht einmal ausgebildet oder bezahlt sein. Blogger, Influencer, You-Tube-Stars sind heute ebenfalls Medienschaffende, die durchaus Einfluss auf die Meinungsbildung haben können.

Die Macht der Medien

Die Presse ist ein wichtiges Instrument der Meinungsbildung und Kontrolle anderer Machtinstanzen. Sie wird häufig als vierte Gewalt bezeichnet – in Anlehnung an die im Rahmen der Gewaltenteilung getrennten Staatsgewalten Legislative, Exekutive und Judikative. Alle freiheitlichen Verfassungen (in Deutschland in Art. 5 GG) garantieren deshalb die Pressefreiheit als Grundrecht. Das deutsche Bundesverfassungsgericht bezeichnet in seiner Rechtsprechung eine freie Presse als „schlechthin konstituierend“ für die Demokratie.

Die Presse-Vielfalt

Unterschiedliche Medien, unterschiedliche Interessen: Die Presselandschaft ist enorm breit gefächert. Von Investigativmedien wie Spiegel oder Süddeutsche über die Bunte und andere Magazine der Boulevard-Presse reicht das Spektrum bis zu Fachmagazinen für – zum Beispiel – die Möbelzulieferer-Branche. Dementsprechend unterschiedlich sind auch die Herangehensweisen und Interessen der jeweiligen Journalisten. Allen gemein ist eines: Sie wollen ihren Lesern Geschichten erzählen, die sie interessieren. Mal kritisch, mal informativ, mal unterhaltsam. Während der Spiegel nach den großen Skandalen in Politik und Wirtschaft sucht, will das Design+Beschlag Magazin seinen Lesern eher die Neuheiten der Branche darstellen. Auf Kooperation sind beide Journale angewiesen. Schließlich benötigen sie Informationen.

Wie Redaktionen arbeiten

Redaktionen suchen nach Geschichten, die andere Redaktionen nicht haben. Sie wollen unterhalten, aufklären, neutral darstellen, belehren – je nach Medium und Person des Journalisten. Um an Geschichten und Themen zu kommen, nutzen Journalisten unterschiedlichste Quellen. Sie filtern die News, die sie von Korrespondenten, von Branchendiensten, von Presseagenturen also „Nachrichtengroßhändlern“ wie der DPA oder von Pressestellen bekommen. Auch PR-Agenturen können Quellen sein. Das Problem für Journalisten ist oftmals, sich nicht instrumentalisieren zu lassen und exklusive, bzw. interessante News für ihre Leser finden zu wollen. Schlechte Pressearbeit macht hier oft Fehler – zum Beispiel indem kleine Ereignisse als Sensationen verkauft werden. Das mag kurzfristig funktionieren, zerstört aber langfristig das notwendige Vertrauen des Journalisten in seine Quelle.

Welche Formate gibt es?

Presseberichte gibt es in den unterschiedlichsten Formaten: Die Meldung ist die kürzeste. Sie bündelt das Geschehen auf wenige Sätze. Wenn mehr Information geliefert werden soll, schreibt der Journalist eine Nachricht (die die W-Fragen beantwortet) - oder einen Bericht, der zusätzliche Hintergrundinformationen beinhaltet. Mit einem Feature bewegen sich Journalisten personalisierter und szenischer vom Speziellen zum Allgemeingültigen. Die Reportage erzählt sinnlich, am Einzelfall orientiert und in Detailbeobachtungen. Portraits oder Interviews konzentrieren sich auf eine Person. Und in Kommentaren oder Rezensionen geht es um die Meinung des Journalisten.

Fit für den Umgang mit Medienvertretern

Soweit unsere Einleitung zum Medientraining – komprimiertes Hintergrundwissen zur Arbeit der Presse. Im weiteren Verlauf erläutern wir das Verhältnis von PR und Redaktionen und natürlich von Unternehmen zu den Medien. Mit Interview-Übungen und der gemeinsamen Arbeit an Präsentation und Inhalten machen wir Sie und Ihre Mitarbeiter fit für den Umgang mit Pressevertretern. Kurze Exkurse zu Körpersprache, Kommunikation & Rhetorik runden das Paket ab. Wenn auch Sie daran interessiert sind, kommen Sie gern auf uns zu.

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